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Tutzing-Inspektion auf zwei Rädern (v.li.): Beatrice Bigalski, Uli Beumer, Anton Maier, Claus Piesch, Emil , Eberhard Müller, der neue ADFC-Ortssprecher Martin Held, Alicja Ehgartner, Ilka, Silvia Stelzer und Sepp Holzner.

Radfahrer-Brennpunkte

Tutzing-Tour wird zur Tortur

Die Gründung einer ADFC-Ortsgruppe in Tutzing wurde mit einer Tour zu etlichen Verkehrsbrennpunkten verbunden. Die Teilnehmer waren sich einig: Für Radfahrer gibt es viel zu tun.

Tutzing – Auf dem Weg zur Tour durch Tutzing wurde Martin Held am Samstagmorgen gleich mit einem typischen Radler-Problem konfrontiert. Der frühere Studienleiter der Evangelischen Akademie fuhr mit dem Rad, von der Hauptstraße kommend, in der Traubinger Straße bergauf. Ein Entgegenkommender sprach ihn barsch an: Er befahre die Einbahnstraße verkehrt herum. Radfahrer seien dort ausgenommen, erwiderte Held – anders als auf der Greinwaldstraße.

Unterschiedliche Regeln sind nur eines von vielen Radfahrer-Problemen. Auch deshalb will sich eine am Samstag gegründete Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Tutzing in Verkehrsdiskussionen einschalten. Held ist zum Sprecher gewählt worden (siehe Kasten).

Zum Auftakt inspizierten rund 20 Bürger per Rad Tutzinger Verkehrsbrennpunkte. Bürgermeisterin Marlene Greinwald und Grünen-Gemeinderat Bernd Pfitzner kamen anfangs kurz von einer Klausurtagung dazu. Der ADFC-Kreisvorsitzende Anton Maier und Held überreichten der Rathauschefin einen 600-Euro-Scheck – als Anschubfinanzierung für bessere Radlständer. Bei denen wird nämlich dringender Optimierungsbedarf gesehen. Am Bahnhof, der ersten Station, wurde das gleich demonstriert: Die Halterungen seien zu hoch, die Abstände zu gering, die Ständer zu alt, die Säuberung unzureichend, die Beleuchtung schlecht – und es gebe zu wenige Ständer.

Weiter ging es über den Schönmoosweg zur Zufahrt des Einkaufszentrums an der Lindemannstraße. Sie werde in die Sanierung der Hauptstraße einbezogen werden, bekräftigte Held. Viele hoffen auf gute Geh- und Radverbindungen.

Am Kallerbach wurde deutlich, dass der Radweg nach Kampberg vielen gefällt, sein Ende an dieser Stelle aber nicht. Auch für den Bau von 70 neuen Wohnungen dort durch den Zweckverband Wohnen wurden Fragen gestellt. Ein Fußweg sei geplant, sagte Claus Piesch: „Aber was macht der Radler?“ Über die Gröschlstraße ging es auf dem Radweg entlang der Bernrieder Straße zum Würmseestadion.

Geschäfte dürften nicht „abgeschnitten“ werden

Dort gab es Irritationen: Denn nur umständlich gelangten die Teilnehmer zu der kleinen Unterführung unter der Bernrieder Straße. Bei der Lindemannstraße freute sich Held über zwei ausgearbeitete Varianten – für Einmündung und Kreisverkehr, den der ADFC bevorzugt. Die Wege für Radfahrer und Fußgänger sorgen aber für Diskussionen.

Sorgen wurden am Gymnasium deutlich. Dort wird zu wenig Platz für Radständer genauso wie für Busse beklagt, und der Weg für die Realschüler von dort aus wurde als gefährlich bezeichnet. Für sie ist die Bushaltestelle ebenfalls am Gymnasium.

An der Einmündung der Marienstraße war die letzte Station. Innerorts sei kein Radschutzstreifen vorgesehen, sagte Held. Bei der Kreissparkasse soll er fortgesetzt werden. Er sprach sich dafür aus, die Gewerbetreibenden und andere Akteure verstärkt einzubeziehen. Die Geschäfte dürften nicht „abgeschnitten“ werden. Parkplätze müssten erhalten bleiben, sagte Arnold Walter, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (AGG). Der Logistik- und Wirtschaftsverkehr werde noch nicht berücksichtigt, sagte Held.

Es gab auch Kritik an Radlern. Bei Rot an der Ampel bei der Marienstraße führen viele Radler einfach weiter, sagte Winfried Hauer von der AGG. Maier folgerte, für jeden – ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs – müssten die Bereiche in ihrer „Funktionalität“ erkennbar sein.

Von Lorenz Goslich

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