+
Eigentlich ist es sehr idyllisch am Seeufer in Tutzing. Weil sich aber manche nicht zu benehmen wissen, soll nun ein Sicherheitsdi enst für Ordnung sorgen.

Ortsbild Tutzing

Trinkgelage, Unrat und Nacktbader

Die Gemeinde Tutzing will einen Sicherheitsdienst einschalten, weil ihr das Treiben im Seeuferbereich zu bunt wird.

Tutzing – Beschwerden von Bürgern über Vorfälle in Tutzinger Parks häufen sich. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) hat am Dienstag im Haupt-, Finanz- und Werkausschuss des Gemeinderats etliche Kritikpunkte aufgezählt: Zustand der Anlagen, Nacktbader, freilaufende Hunde, Hinterlassenschaften „von Hunden und Menschen“, Müll, rücksichtslose Radfahrer, Trinkgelage, der Abbruch zahlreicher Latten bei einem Holzzaun im Kustermannpark – unbekannte Täter haben sie und Teile von Bänken bei einem Lagerfeuer verbrannt. Die Gemeinde will deshalb nun einen Sicherheitsdienst beauftragen, wie der Ausschuss einstimmig beschlossen hat.

Dr. Toni Aigner (Freie Wähler) bezeichnete dies als überfällig: „Was in den Parks passiert, ist nicht mehr akzeptabel.“ Für sichtliches Unbehagen sorgen auch zunehmend textilfreie Aufenthalte am Seeufer. Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) sprach von einer „geradezu aufreizenden Nacktbaderei“. Manche Menschen gingen sogar mit recht wenig Bekleidung über den Friedhof bei der Kirche St. Peter und Paul, um dort Wasser zu holen. „Speziell einige ältere Herrschaften“ liefen im Freibad bei Garatshausen hüllenlos über den Steg, sagte Greinwald verständnislos.

Für den Sicherheitsdienst stellte die Bürgermeisterin zwei Varianten zur Debatte: eine ehrenamtliche Bürgerwehr, deren Mitglieder von der Polizei geschult werden, und Profis. Alle Ausschussmitglieder sprachen sich für einen professionellen Dienst aus. „Keine Bürgerwehr!“, sagte Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste). Bei Ehrenamtlichen sah Dörrenberg nicht zuletzt die Gefahr einer Unterwanderung „durch Leute, die eine andere Gesinnung haben, als uns lieb ist“.

Thomas Parstorfer (CSU) warnte, schon der Polizei, der Feuerwehr und Rettungskräften werde oft mangelnder Respekt entgegengebracht. Es werde dem inneren Frieden der Gemeinde nicht zuträglich sein, wenn ehrenvolle Leute angepöbelt würden. Ähnlich sah es Christine Nimbach (Grüne), die aber mahnte, Treffpunkte von Jugendlichen nicht zu verteufeln.

„Unsere Jugendlichen sind nicht schlimmer als woanders“, sagte auch Greinwald. Sie regte sogar an, im Kustermannpark einen öffentlichen Grillplatz anzulegen. Über den Winter werde die Gemeinde außerdem für eine „ordentliche Beschilderung“ sorgen, zudem werde im Kustermannpark, nahe dem Spielplatz, eine Toilette aufgestellt. Eine Leinenpflicht für Hunde in den Parks, die immer wieder gefordert wird, will sie zur Diskussion stellen.

Lorenz Goslich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kritik aus dem Kloster
Der Missbrauchskandal in der katholischen Kirche sorgt für Diskussionen auch im Tutzinger Kloster der Missions-Benediktinerinnen. Schwester Elisabeth-Magdalena Zehe …
Kritik aus dem Kloster
Mit Skalpell in Togo unterwegs
Ärzte aus Seefeld und Starnberg versorgten vor Kurzem 14 Menschen in Togo mit einem künstlichen Hüftgelenk. Der Einsatz war eine Herausforderung und für die Ärzte …
Mit Skalpell in Togo unterwegs
Familienglück auf 25 Quadratmeter
Ein umgebauter Bauwagen dient der Familie Frölking/Federl als Zuhause. Jetzt suchen sie einen neuen Standort für ihr Tinyhouse. 
Familienglück auf 25 Quadratmeter
Auf die Eier,fertig, los!
Wer an Ostern besonders viele Eier abstauben will, sollte sich im Paradies in Pöcking und im Dießener Schacky-Park auf die Suche machen. Dort finden am Ostermontag große …
Auf die Eier,fertig, los!

Kommentare