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Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen wurde ein Polizist aus Tutzing festgenommen. (Symbolbild)

58-Jähriger war Jugendwart

Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Polizist aus Tutzing festgenommen - „Wir können es nicht fassen“

Wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen wurde ein Polizist aus Tutzing festgenommen. Tutzing steht unter Schock.

Update vom 23. April: Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen 58 Jahren alten Polizisten und Feuerwehrmann aus Tutzing sind offenbar umfangreicher als bisher bekannt. „Er ist kooperativ und weiß, dass ihn eine Strafe erwartet“, sagt sein Anwalt. Einen ausführlichen Artikel zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Polizisten aus Tutzing finden Sie auf Merkur.de*.

Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Polizist aus Tutzing festgenommen - „Wir können es nicht fassen“

Update vom 3. April, 9.52 Uhr: Es ist gut zwei Wochen her, dass das Landeskriminalamt Bayern und die Staatsanwaltschaft München II den Fall öffentlich machten: Ein Polizeibeamter war am 15. März unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs verhaftet worden. Er soll vor über 15 Jahren sexuelle Handlungen mit einem Jugendlichen verübt haben. Darüber hinaus teilte ein Vater mit, dass sein Sohn während eines Schülerpraktikums bei der Polizei einen Beamten kennengelernt habe, der ihm nach dem Praktikum pornografische Fotos und Filme geschickt haben soll (siehe unten).

Polizist wegen Verdacht des sexuellen Missbrauchs festgenommen: Untersuchungshaft 

Der 58-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen hätten nun „weitere Verdachtsfälle“ ergeben, sagte ein Sprecher des LKA gestern. „Wir haben mehrere mutmaßliche Opfer identifizieren können, aber wir haben noch nicht mit allen gesprochen.“ Einen Antrag auf Haftprüfung habe die Verteidigung derweil wie der zurückgezogen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft unserer Zeitung.

Verdacht auf sexuellen Missbrauch: „Wir können es nicht fassen“

Unter Schock steht Tutzing, die Heimatgemeinde des Mannes. Dort war der 58-Jährige seit dem Jahr 2006 Vorsitzender des Feuerwehrvereins, zuvor war er zwölf Jahre lang Jugendwart. Auch in anderen Vereinen engagierte er sich. Im Kreisjugendring Starnberg fungierte der Mann als Betreuer auf Ferienfreizeiten – und saß für den Verein bis jetzt als Vertreter im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. „Wir können es nicht fassen“, sagt Tutzings Feuerwehrkommandant Markus Kuisl, der den Verdächtigen seit 40 Jahren kennt. Es habe in all den Jahren „nicht ansatzweise“ einen Verdacht gegeben. „Recherchen stehen uns als Feuerwehr nicht zu“, sagt Markus Kuisl. „Aber wir beantworten natürlich alle Fragen der Ermittler.“ 

Zusammen mit der Gemeindeverwaltung hatte die Feuerwehr gestern Abend zu einem Krisentreffen ins Tutzinger Gerätehaus eingeladen – darunter auch die etwa 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und deren Eltern. Auch ein Mitarbeiter der Opferschutzorganisation Weißer Ring sollte kommen, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald erklärt. „Wir sind vollkommen schockiert“, sagt sie. Nun gelte es, transparent mit dem Fall umzugehen und möglichen Opfern die nötige Hilfe zukommen zu lassen. Neben dem Weißen Ring habe sie auch mit der Beratungsstelle Netz gegen sexuelle Gewalt aus Weilheim und mit der Einrichtung „Kibs“ Kontakt aufgenommen, die sich um Buben und junge Männer kümmert, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Einen wahren Albtraum erlebte eine Frau auch in einer Zahnarzt-Praxis in Hannover bei einem sexuellen Missbrauch, wie nordbuzz.de* berichtet. Auch eine 19-jährige Frau in Hannover wurde in Hannover Opfer einer sexuellen Belästigung in der Straßenbahn, wie nordbuzz.de* berichtet.

Tutzing steht unter Schock: „Die Familie ist auch Opfer“

Greinwalds Gedanken sind aber auch bei der Ehefrau und den beiden erwachsenen Töchtern des Mannes. „Vielleicht schaffen wir es in einem Ort wie Tutzing, dass die Familie hier weiterleben kann“, sagt sie. „Die Familie ist auch Opfer.“ Auch der Kreisjugendring ist nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Mann aktiv geworden. Etwa acht Jahre lang habe er als Betreuer die Ferienfahrten in den Pfingstferien betreut, an denen jeweils etwa 20 Mädchen und Buben im Alter von 14 bis 17 Jahren teilgenommen haben, berichtet Vorsitzender Claus Piesch. Der Verein habe alle Eltern angeschrieben – „zum jetzigen Zeitpunkt sind uns keinerlei Fälle bekannt, die den Kreisjugendring oder unsere Freizeiten betreffen“. Knapp 20 Jahre lang hatte der Beamte seinen Arbeitsplatz bei der Polizeiinspektion Starnberg. Inspektionsleiter Bernd Matuschek will sich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Fall äußern. Allerdings dürften die Kollegen genauso schockiert sein wie Freunde, Kameraden und Bekannte. Peter Schiebel

Bei Hannover beschäftigt der Missbrauchs-Skandal um einen Lehrer die Staatsanwaltschaft, wie nordbuzz.de* berichtet.

Einen Schock gab es auch in Niedersachsen. In Oldenburg wurde eine 80-jährige Frau von einem jungen Einbrecher sexuell missbraucht.

Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen: Polizist aus Tutzing festgenommen - neue Details

Update vom 2. April, 13.52 Uhr: In einem Missbrauchsfall bei der Polizei weiten sich die Ermittlungen aus. Ein Polizist aus dem Münchner Umland sitzt wegen des Verdachts von zunächst zwei Sexualstraftaten seit knapp zwei Wochen in Untersuchungshaft. „Es haben sich inzwischen mehr Verdachtsmomente ergeben, und die prüfen wir gerade mit der Staatsanwaltschaft München II“, sagte ein Sprecher vom Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag. 

„Wir haben mehrere mutmaßliche Opfer identifizieren können, aber wir haben noch nicht mit allen gesprochen.“ Der Mann war nach Informationen unserer Zeitung seit 2006 Vorsitzender des Feuerwehrvereins Tutzing. Zuvor war er zwölf Jahre Jugendwart.

mm/dpa

Update vom 2. April: Ein Polizist aus dem Münchner Umland wurde Mitte März wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen festgenommen. Nun sind neue Details bekannt geworden. Bei dem festgenommenen Polizisten handelt es sich um einen Mann aus Tutzing, der bei der Polizeiinspektion Starnberg tätig war. 

mm

Weitere Informationen folgen.

Erstmeldung: Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen: Polizist festgenommen

München - Eine Anwältin erstattete am 21. Februar für ihren Mandanten Anzeige gegen einen Polizeibeamten wegen sexueller Handlungen mit einem Jugendlichen. Das teilten die Staatsanwaltschaft München II und das Bayerische Landeskriminalamt mit. Die Tat wurde demnach wohl bereits vor über 15 Jahren begangen. Laut Mitteilung ergab sich zudem der Verdacht des Verbreitens pornografischer Schriften. Das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord wurde sofort aktiv. Kriminalpolizisten ermittelten gegen den Beamten, der seinen Dienst im ehemaligen Schutzbereich Fürstenfeldbruck, der die Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau, Landsberg und Starnberg umfasst, verrichtete. 

München/Bayern: Polizist wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen festgenommen

Zeitgleich teilte ein Vater im März der Polizei mit, dass sein Sohn während eines Schülerpraktikums bei der Polizei einen Beamten kennengelernt habe, der ihm nach dem Praktikum pornografische Fotos und Filme geschickt haben soll. Laut Pressemitteilung handelt es sich dabei um denselben Mann. 

Das Dezernat für interne Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) hat daraufhin aufgrund des dienstlichen Bezugs der Straftat unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II den Fall übernommen. 

München/Bayern: Ermittlungen bestätigen Verdacht gegen Polizisten: Weitere Opfer vermutet

Weitere Ermittlungen bestätigten den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Der Mann wurde am 14. März festgenommen, außerdem wurde seine Wohnung durchsucht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erging am 15. März Haftbefehl. 

Zeitgleich hat das Polizeipräsidium Oberbayern Nord den Tatverdächtigen vom aktiven Polizeidienst suspendiert. Aufgrund der aktuellen Ermittlungen sind weitere jugendliche Geschädigte bekanntgeworden. Es ist laut Mitteilung nicht auszuschließen, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen wird. Die Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen sowie des Verbreitens von pornografischen Schriften werden fortgeführt.

mm/tz

Missbrauch auf Campingplatz: 

Video: Konsequenzen im Polizeiskandal von Lügde

In Würzburg wurden zwei Personen wegen des Verdachts der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie festgenommen. Für Aufsehen sorgt derzeit auch ein Fall in der Polizei München: In einer internen WhatsApp-Gruppe sollen bayerische USK-Beamte Beleidigungen und antisemitische Inhalte ausgetauscht haben. Tragischer Unfall in Würzburg: Ein Polizeischüler hat einen Mit-Auszubildenden erschossen. 

Mit einem kuriosen Fall hatte es die Polizei auf der A8 am Irschenberg zu tun. Dort fuhr einDachauer Lehrer (53) in Schlangenlinien in Richtung Süden, berichtet Merkur.de*. Ebenfalls auf der A8 ereignete sich ein schlimmer Unfall, an dem mehrere Fahrzeuge beteiligt waren, berichtet Merkur.de*.

In Augsburg darf ein Polizist, der einen Asylbewerber geschlagen und einen Burger an den Kopf gedrückt hat, offenbar seinen Job behalten.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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