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Das Benedictus Krankenhaus soll ein Dialyse-Zentrum erhalten. 

Dialyse-Zentrum in Tutzing

Benedictus-Krankenhaus wird größer

Ein einstimmiges Votum gab es im Tutzinger Bauausschuss für ein neues Dialyse-Zentrum im Benedictus-Krankenhaus. Mit der engen Anbindung an ein Krankenhaus gelten die Tutzinger in Deutschland als wegweisend.

Tutzing – 150 Wirbelsäulen-Chirurgen aus ganz Deutschland, aus Italien und den USA waren am Freitagabend mit der „Seeshaupt“ auf dem Starnberger See unterwegs. Die Schifffahrt war eine Idee von Prof. Dr. Rudolf Beisse, der die Leitung des Wirbelsäulenzentrums im Benedictus Krankenhaus Tutzing im Juli an Professor Dr. Bronek Boszczyk übergeben hat. Die medizinische Veranstaltung auf dem See hat sozusagen den Krankenhaus-Alltag ein wenig unterbrochen, zu dem zurzeit auch auffallende Neubauten gehören. Neben der heranwachsenden neuen Benedictus-Klinik auf einem bisherigen Teil des Feldafinger Bundeswehrgeländes betrifft dies auch das Tutzinger Krankenhaus. Für den Neubau eines Dialyse-Zentrums dort gab es am Dienstag in der Sitzung des Bau- und Ortsplanungsausschusses des Gemeinderats ein einstimmiges Votum.

„Das ist ein großer Vertrauensbeweis für uns“, sagt Artemed-Geschäftsführer Dr. Clemens Guth. Für das neue Dialyse-Zentrum ist auf der Südseite der Klinik ein Anbau ans Erdgeschoss vorgesehen, etwa dort, wo sich bisher der Hubschrauber-Landeplatz befindet. Außerdem ist eine Vergrößerung der Operationsräume und der Intensivstation vorgesehen. In den neuen Anbau für die Dialyse soll auch die Notaufnahme integriert werden. Von der Bahnhofstraße aus soll außerdem eine neue Zufahrt zum Kloster entstehen. Die Artemed-Gruppe errichtet den Neubau. Sie will ihn dann an das Kuratorium für Heimdialyse (KfH) vermieten, eine Stiftung, die auch das bisherige Tutzinger Dialysezentrum betreibt. Die Partnerschaft zwischen dem Tutzinger Krankenhaus und dem KfH besteht schon seit Jahrzehnten.

„Tutzinger Modell“ gilt als wegweisend

Als „Tutzinger Modell“ gilt sie als wegweisend für die als wichtig betrachtete direkte Anbindung eines Dialyse-Zentrums an ein Krankenhaus. Das seit 1969 bestehende KfH ist mit mehr als 200 Nierenzentren, 23 medizinischen Versorgungszentren und rund 6800 Mitarbeitern Deutschlands größter Dialyse-Betreiber. Speziell für junge, chronisch nierenkranke Patienten gibt es bundesweit 16 spezialisierte Behandlungseinrichtungen, sogenannte KfH-Nierenzentren für Kinder und Jugendliche. Die Stiftung versorgt in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern etwa 19 000 Dialyse-Patienten und mehr als 69 000 Sprechstunden-Patienten.

Eine Modernisierung mit dem Neubau betrachten die Verantwortlichen bei Artemed und KfH als notwendig, weil die bisherige Dialyse-Station in die Jahre gekommen ist. Die Artemed-Gruppe hat für das Tutzinger Krankenhaus mit dem Kloster der Missionsbenediktinerinnen einen Erbpachtvertrag abgeschlossen. Der Tutzinger Gemeinderat hatte im Mai dieses Jahres in seiner Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplans für den gesamten Bereich des Klostergeländes zwischen Gröberweg, Hauptstraße und Bahnhofstraße beschlossen. Auf einen Schlag soll dieses gesamte Gelände aber nicht überplant werden. Vielmehr soll es je nach Dringlichkeit im Lauf der Zeit mehrere Teilbebauungspläne geben. Beim derzeit behandelten Plan handelt es sich um den „Teilbereich Artemed“ mit dem Neubau der Dialyse.

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