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Die Überbleibsel des BRK an der Traubinger Straße in Tutzing: Das Dach der Baracke ist nicht mehr tragfähig. Inzwischen sind Bereitschaft und Materialien im Gymnasium untergebracht. 

Perspektive für Ehrenamtler

Tutzinger BRK hat Aussicht auf Grundstück

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Die Gemeinde Tutzing hat ein Grundstück, das sie der BRK-Bereitschaft Tutzing zur Verfügung stellen kann. Die BRK-Mitglieder, die seit Jahren unter schlechten Konditionen arbeiten, können aufatmen. Nun geht es um die Finanzierung des Baus.

Tutzing – Bürgermeisterin Marlene Greinwald hatte es vor Weihnachten angedeutet, dass die Misere der BRK-Bereitschaft Tutzing ein Ende haben könnte. In einer nicht öffentlichen Sitzung hat der Tutzinger Gemeinderat nun offenbar Nägel mit Köpfen gemacht. „Wir haben uns auf ein Grundstück verständigt“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang auf Anfrage. Das bedeutet: Die Tutzinger Ehrenamtlichen haben endlich eine Perspektive. Eine Perspektive auf ordentliche Räumlichkeiten für die Mannschaft, für Schulungen und für das Material und die Fahrzeuge. Wo das Grundstück ist, will Lang unter Hinweis auf die nicht öffentliche Sitzung nicht sagen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass ich mit dem Landratsamt kläre, ob es gegen das Grundstück baurechtliche Einwände gibt.“ Auch die Finanzierung sei noch ungeklärt. Dabei hoffen Gemeinde und BRK auf den Landkreis.

Die aktuelle Lage der BRK-Bereitschaft Tutzing ist offensichtlich katastrophal. Denn seit der Großteil der Rotkreuzalm an der Traubinger Straße abgerissen und durch Neubauten für BRK-Kindergarten und Waldorfkindergarten ersetzt wurde, hat die Bereitschaft keine rechte Bleibe. Das Dach an der Traubinger Straße ist undicht, so dass die Baracke auch nicht länger als Materiallager genutzt werden kann. „Eine Stützwand fehlt, deshalb ist das Dach heruntergekommen“, berichtet Lang. Zwischenzeitlich hatte die Mannschaft laut BRK-Geschäftsführer im Altenheim in Garatshausen einen Raum. „Das Material war an einer Stelle, die Fahrzeuge an anderer Stelle, nämlich in einem Zelt neben den Resten der Baracke“, so Lang. „Das Zelt ist allerdings unter der Schneelast zusammengebrochen und hat einen Schaden am Auto verursacht.“ Noch sei unklar, ob die Versicherung dafür aufkomme. Diese Situation habe bei der BRK-Mannschaft zu Motivationsproblemen geführt, ergänzt Lang. Nun seien Material und Mannschaft zumindest wieder zusammengeführt: Die Gemeinde habe den Helfern Räumlichkeiten im Gymnasium Tutzing zur Verfügung gestellt.

Lang erzählt dies alles ganz sachlich. Und unterstreicht, wie glücklich er darüber ist, dass von der Gemeinde ein positives Signal gekommen sei. „Wir sind unglaublich froh, wenn es jetzt eine konkrete Perspektive gibt.“

Bleibt die Frage nach der Finanzierung des neuen Gebäudes. Lang stellt sich vor, dass der Landkreis finanziell einspringt. Seine Argumentation: Das neue Gebäude sei Teil des Katastrophenschutzes, und dafür sei der Landkreis zuständig.

Ob das Landratsamt dieser Argumentation folgt, ist noch unklar. Klar ist aber, dass es eine deutliche Bereitschaft gibt, sich an den Kosten zu beteiligen, wie der Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, Markus Reichart, sagt. Wie, müsse auch noch verwaltungsintern besprochen werden. „Unser Vorschlag, die alten Förderprogramme mit zinslosen Darlehen für das BRK wieder aufleben zu lassen, fand keine Zustimmung.“ Zudem erhalte das BRK auch Betriebskostenzuschüsse für Bereitschaften und Wasserwachten sowie Zuschüsse für Stellplätze von Einsatzfahrzeugen. Reichart würde ein einheitliches Finanzierungskonzept für alle bevorzugen. „ Das wäre überschaubar und damit auch vergleichbar“, sagt er. Denn es geht nicht nur um Tutzing. Laut Lang muss das BRK neun seiner Liegenschaften erneuern. Da wäre der Landkreis finanziell stets dabei, ist Reichart klar. Er wartet noch auf Angaben des BRK, wie hoch der Finanzierungsanteil der Gebäude nach Abzug von Spenden ist.

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