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Menschen , wohin das Auge reicht: Das Archivfoto zeigt, wie viele Leute zur Fischerhochzeit 2011 auf Tutzings Straßen waren. Heuer werden es nicht weniger sein. Die Gemeinde lässt ein Konzept erstellen, um die Sicherheit für alle gewährleisten zu können. 

Tutzinger Fischerhochzeit 2017

Sicherheit für 10 000 Menschen

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Die Tutzinger Fischerhochzeit ist das größte Ereignis heuer am Starnberger See. Die Vorbereitungen laufen, auch für die Sicherheit der Besucher und Teilnehmer am Festzug. Die Veranstalter rechnen am Wochenende 1./2. Juli mit 10 000 Menschen in Tutzing.

Tutzing – Wie kann man ein historisches Fest feiern und gleichzeitig für die Sicherheit von schätzungsweise 10 000 Besuchern und Teilnehmern sorgen? Damit hat die Gemeinde Tutzing eine Münchner Sicherheitsfirma beauftragt. Details gibt es bisher nicht, das Sicherheitskonzept liegt nach Auskunft von 3. Bürgermeisterin Marlene Greinwald noch nicht vor.

Es ist das erste Mal, dass die Gemeinde ein Sicherheitskonzept für die Fischerhochzeit erstellen lässt. 2011, bei der letzten Hochzeit, waren mögliche Bedrohungen noch nicht so virulent. Wobei es nicht nur um Gefahren geht, sondern auch um die Sicherung der Rettungswege. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, Vorfälle wie in Berlin und Nizza zu vermeiden“, sagt Kai Motschmann, bei der Polizei Starnberg für die Fischerhochzeit zuständig. Etwa, indem man Zufahrten so blockiere, dass keiner mit Schwung hineinfahren könne. „Man kann große Fahrzeuge vom Bauhof aufstellen und den Fahrer am Steuer belassen, damit im Notfall der Rettungsweg frei wird.“ Wie es genau geregelt werde, sei Sache des Ordnungsamts Tutzing, Auftraggeber für die Sicherheitsfirma.

In den Kommunen im Fünfseenland wird das Thema Sicherheit unterschiedlich behandelt: In Herrsching zum Beispiel gab es Taschenkontrollen beim Willkommenstag, den 500 Menschen besuchten. Auf dem Töpfermarkt in Dießen mit 52 000 Besuchern an vier Tagen waren gar keine Kontrollen.

Die Polizei, die das Tutzinger Konzept ergänzen wird, sieht der Fischerhochzeit gelassen entgegen. „Zu 99 Prozent wird alles rund laufen“, ist Motschmann überzeugt. „Es wird das übliche Verkehrschaos geben, klar. Leider genügen halt ein, zwei Idioten, um das Fest aus dem Ruder laufen zu lassen.“ Eine Terrorgefahr sei sehr abstrakt, sagt der Polizist. „Es kann jedoch überall passieren.“

Dabei zerbricht sich Motschmann weniger wegen der Fischerhochzeit am 2./3. Juli den Kopf als wegen der Konzerte und Kundgebungen im Festzelt in den Tagen vor und nach der Hochzeit. Am Donnerstag, 29. Juni, spielt die Bayern-1-Band im Festzelt, am Freitag, 30. Juni, die „Bananafishbones“. Den Auftakt der Polit-Veranstaltungen macht ein Frühschoppen mit Grünen-Politiker Cem Özdemir am Samstag, 1. Juli, gefolgt von Christian Lindner (FDP) am Montagabend, 3. Juli, von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am Dienstag, 4. Juli, und einem SPD-Zugpferd zum Abschluss am Mittwoch, 5. Juli. Wer für die SPD kommt, ist nach wie vor unklar. Motschmann ist das zunächst egal: „Das Festzelt ist relativ schwierig zu sichern, mit den Eingängen und den Hinterausgängen. Da müssen wir vorher mit Sprengstoffhunden hinein.“ Es werde ein Rucksackverbot oder zumindest -kontrollen geben. Das sei jedoch Aufgabe der Sicherheitsfirma. „Wer sich nicht auf freiwilliger Basis in den Rucksack schauen lässt, bleibt draußen“, sagt Motschmann klar. Die Polizei greife bei diesen Kontrollen erst bei einem unmittelbaren Verdacht ein.

Für die Festwoche holt sich die Starnberger Polizei Verstärkung beim Einsatzzug aus Fürstenfeldbruck. „Und wer von unseren Kollegen laufen kann und nicht im Urlaub ist, wird auch dabei sein.“

Die Sicherheitsfirma aus München hat Erfahrung mit Großveranstaltungen. Laut Homepage hat sie unter anderem die Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz 2013 abgesichert, viele Stadtfeste und 2015 die Korbinianswallfahrt des Erzbistums München und Freising. Der Inhaber hat sogar eine Ausbildung zum Blitzschutz bei Veranstaltungen im Freien und in Zelten absolviert.

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