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Führen derzeit die Amtsgeschäfte: 3. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (links) und 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg.

Neuwahl

Tutzinger Gemeinderat vertagt Bürgermeister-Status

Die Entscheidung über die Ehrenamtlichkeit des künftigen Ersten Bürgermeisters ist bis zu einer Sondersitzung des Tutzinger Gemeinderats verschoben.

Tutzing – Erst am nächsten Dienstag, 19. September, 19 Uhr, soll die Entscheidung fallen, wie es in Tutzing weitergeht. Die amtierende Dritte Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) machte als Plenumsleiterin am Dienstagabend den einhellig begrüßten Vorschlag, die Konsequenzen der erforderlichen Satzungsänderung erst noch ausführlich zu beraten, „da im Hintergrund heftig diskutiert wird“.

Während der Geschäftsleitende Beamte Marcus Grätz und Kämmerin Manuela Goldate als Wahlleiter bestimmt wurden, entzündete sich um die Rechtsstellung des Bürgermeisters eine kontroverse Debatte. Insbesondere die CSU erntete mit ihrem deutlichen Plädoyer für eine bis 2020 ehrenamtlich tätige (weil über 65 Jahre alte) Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg Gegenwind: „Ich bin leicht indigniert, dass ich in der Zeitung schon Tage vor der Sitzung Richtungsanweisungen der CSU zu lesen bekomme – das ist ganz schlechter Stil“, grummelte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Er warnte, „dass wir mitten in der Legislaturperiode in schöner Regelmäßigkeit einen neuen Bürgermeister wählen müssten“. Durch solche Einschübe werde der Gemeinderat in seiner Arbeit „absolut behindert“. Die Grünen-Fraktion sah einen künftig ehrenamtlich tätigen Rathauschef ebenfalls kritisch: „Das sind 50 bis 70 Wochenstunden – wie soll das denn ehrenamtlich gehen?“, fragte Bernd Pfitzner, und Christine Nimbach bemängelte, dass Ehrenamtlichkeit „viele Bewerber von vornherein ausschließen würde“, die den aufwendigen Job nur hauptamtlich leisten könnten.

Die CSU hielt sofort dagegen: „Ein ehrenamtlicher Bürgermeister ist finanziell fast genauso gestellt wie ein hauptamtlicher“, rechnete Thomas von Mitschke-Collande vor, und sein Fraktionskollege Ernst Lindl ergänzte: „Das heißt ja auch nicht, dass derjenige nur einmal pro Woche im Rathaus auftaucht und Grüß Gott sagt.“ Die Christsozialen täten im Übrigen keineswegs so, als habe niemand die Möglichkeit, gegen Dörrenberg zu kandidieren, so Lindl.

Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) tendiert zur Hauptamtlichkeit: „Es wäre kein gutes Signal, die anstehenden großen Aufgaben mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister anzugehen.“ Georg Schuster (ÖDP) meinte, letztlich habe der Bürger zu entscheiden: Ein am 14. Januar auf sechs Jahre gewählter Bürgermeister, ob haupt- oder ehrenamtlich, „muss dann eben den Arsch in der Hose haben, sich schon 2020 erneut zur Wahl zu stellen“. Die Freien Wähler hielten sich aus der Debatte komplett heraus.  ty

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