Etwa 35 Besucher kamen zur Tutzinger Bürgerversammlung im Buttlerhof in Traubing. Bürgermeisterin Marlene Greinwald führte sie durch die vielen Themen, die in der Gemeinde anliegen.
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Etwa 35 Besucher kamen zur Tutzinger Bürgerversammlung im Buttlerhof in Traubing. Bürgermeisterin Marlene Greinwald führte sie durch die vielen Themen, die in der Gemeinde anliegen.

Neuigkeiten von der Bürgerversammlung

Planänderung auf der Großbaustelle: Tutzinger Ortsmitte wird erst später saniert

Eine Planänderung gibt es bei der Sanierung der Tutzinger Ortsdurchfahrt: Die Ortsmitte kommt später dran als ursprünglich vorgesehen. Das vermeldete Bürgermeisterin Marlene Greinwald bei der Bürgerversammlung. Und sie stellte klar: Die Finanzlage ist trotz Corona nicht kritisch.

Tutzing – 100 bis 120 Besucher kommen üblicherweise zu Tutzinger Bürgerversammlungen. Am Montag waren es, vor allem wegen Corona, im Buttlerhof in Traubing gerade mal 35. Bürgermeisterin Marlene Greinwald führte mit einer gut vorbereiteten Präsentation durch die Tutzinger Themenvielfalt. Eine wichtige Mitteilung machte sie für die Sanierung der Hauptstraße: Nach den Bauarbeiten im Südabschnitt soll die Reihenfolge umgedreht werden. Im nächsten Schritt soll nicht, wie vorgesehen, die Ortsmitte an die Reihe kommen, sondern der Nordbereich.

Zunächst bedarf die Brücke neben dem Kino an der als Umleitung benötigten Kirchenstraße einer Verstärkung für den Schwerlastverkehr, denn in der Ortsmitte wird es immer wieder Totalsperrungen geben. In den Jahren 2021 und 2022 sind im Ortszentrum keine Sanierungsarbeiten zu erwarten. Auf der Lindemannstraße, zwischen dem neuen Kreisverkehr und dem Einkaufszentrum, soll es aber im Frühjahr weitergehen, auch der Kanalbau in der Schlossstraße ist wie geplant für den Winter vorgesehen. Im Ortsteil Unterzeismering soll es laut Greinwald demnächst eine Ampel geben. Dort war es im Zuge der Umleitung zu problematischen Situationen gekommen.

Bürgermeisterin: „Haushalt ist nicht gefährdet“

Finanziell gab Greinwald trotz der Pandemie-Folgen Entwarnung für die Gemeinde: „Für dieses Jahr ist unser Haushalt nicht gefährdet.“ Erfreut berichtete sie zudem über etliche Fortschritte: das sanierte Midgardhaus, die Erweiterung der Buslinie 978, die Wasserversorgung mit Erschließung des Brunnens Pfaffenberg, das Wohnprojekt Kallerbach, den barrierefreien Zugang zum Rathaus, den Status als Fairtrade-Gemeinde und die Bebauung des Ex-Roche-Areals. In Traubing werde der Friedhof neu gestaltet, die von Bauhof und Gärtnerei der Gemeinde erneuerte Außenanlage am Schulhof sei gut gelungen. Die Einfahrt sei allerdings nur für Schulbusse vorgesehen – Eltern sollten sie nicht benutzen.

Trotz der wenigen Besucher war die Diskussion lebhaft. Schranken neben der Straße bei Monatshausen sind aufgefallen. Sie sind für Sperrungen bei Unwetter gedacht. Bahnhof-Anwohner fühlen sich durch viele Lautsprecher-Durchsagen belästigt. Greinwald will bei der Bahn nachfragen, gab sich jedoch zurückhaltend: „Wir können nur versuchen, einen Ansprechpartner zu finden, der morgen auch noch bei der Bahn ist.“

Beschwerden über Parker am Midgardhaus

Eine Bürgerin ärgerte sich darüber, dass beim Midgardhaus oft viele Autos in Feuerwehr-Anfahrtszonen, auf Rettungswegen und sonstigen verbotenen Plätzen stehen würden. Ein Anliegen war den Bürgern auch der zunehmende (Park-)Verkehr durch die künftigen Bewohner der neuen Wohnsiedlung am Kallerbach. Greinwald verwies auf die Tiefgarage und die Erweiterung der Buslinie 978 dorthin.

Auch wenn so mancher auf das Auto verzichtet, gerade für die Geschäftswelt seien sie wichtig, merkte ein Bürger an. „Die Vielfalt macht es – wir sollten nicht den Fehler machen, das Auto zu verteufeln.“ Und Parkplätze seien an mehreren Stellen ersatzlos beseitigt worden, sagte ein anderer, so an der nördlichen Hauptstraße wegen des Radschutzstreifens und an der Seestraße wegen eines Fußwegs. „Das betrifft alles nicht die Einzelhändler“, erwiderte Greinwald. Im Norden an der Hauptstraße habe das Parken vor allem durch viele Badegäste aus München stark zugenommen. „Die Münchner dürfen gern zu uns zum Baden kommen“, sagte Greinwald, „aber sie müssen nicht mit dem Auto kommen, man kann dorthin auch mit dem Bus fahren.“ Ein Gewinn für alle wäre, so die Bürgermeisterin, wenn Zweitautos mehr und mehr abgeschafft würden.

Lorenz Goslich

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