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Rockige Realschüler: Die elf jungen Musiker der Tutzinger Benedictus-Realschule haben ihren eigenen Song „girlthings“ in einem Studio von Peter Maffay in Tutzing aufgenommen. Geschrieben haben ihn Lili Hebök (5.v.l.) und Mimi Vogler (4.v.r.). 

CD-Produktion

Tutzinger Schüler rocken Maffays Tonstudio

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Im Tonstudio von Peter Maffay durften Tutzinger Realschüler ihren eigenen Song aufnehmen: „girlthings“. Damit eine CD entstehen kann, mussten die jungen Musiker wie Profis arbeiten.

Tutzing – Die Musiker lungern auf schwarzen Sofas herum. Warten, dass die Technik bereit ist für ihre nächste Aufnahme im Tonstudio. Sie spielen auf ihren Handys. Es wird ein langer Tag, Pizzen sind schon bestellt. Fehlt nur noch, dass vor der Tür von Studio 2 ungeduldige Fans warten. Ansonsten aber durften sich die elf Tutzinger Realschüler im berühmten Red Rooster Studio von Peter Maffay so fühlen wie die Stars.

Der deutsche Rocksänger hat die Band der Benedictus-Realschule Tutzing eingeladen, ihren eigenen Song in seinem Studio professionell aufzunehmen und zu einer CD zu machen. Davon konnten die beiden Liedschreiberinnen vor einem Jahr nur träumen. Die Melodie kam ihr beim Musikhören, einfach so, sagt Lili Hebök (15). Zusammen mit Band-Kollegin Mimi Vogler (13) macht sie daraus „girlthings“, mit Stimme und Klavier. Lili Hebök sagt: „Es geht um Liebe und ein Gefühlsdrama.“ Darin singen sie: „You think your life is crazy, imagine what i feel, what i feel, yeah yeah what i feel.“ Mimi Vogler mag es, Lieder zu schreiben. „Man kann seine Emotionen rein packen.“ Mit „girlthings“ hat die Schulband 2016 den ersten Platz beim rock.im.puls-Festival abgeräumt.

Allein das Mikro kostet ein Vermögen

Die Band covert auf Schulfesten oder in Gottesdiensten bekannte Lieder. Jetzt stehen die Musiker aufgeregt in dem ehrwürdigen Studio 2 von Peter Maffay, singen in ein goldenes 6500 Euro teures Mikrofon. An der Wand des 64 Quadratmeter großen Raumes hängen penibel sortiert bunte Kabel, eine Box mit der Aufschrift „Peter Maffay“ steht herum. Dass es ein ganz besonderer Raum ist, wissen die Schüler aber auch so. Mimi Vogler sagt: „Natürlich ist Peter Maffay ein Vorbild – er ist ein großer Musiker.“ Hinter der Glasscheibe des Aufnahmeraums sitzt Hans Gemperle. Der Tontechniker Maffays sagt: „Deep Purple haben hier schon ein Album aufgenommen.“ Gemperle nimmt sich den ganzen Tag Zeit, damit die Realschüler ihren Song aufnehmen können. An einem Bildschirm sieht er einige Tonspuren. Die Aufnahmen der verschiedenen Instrumente und Stimmen bearbeitet er so, dass sie zeitlich zusammenpassen. Auch mit Stars wie Joe Cocker hat der Tontechniker im Tutzinger Studio schon zusammengearbeitet. Die Leistung der Schüler beeindruckt Gemperle aber dennoch: „Besonders der Schlagzeuger hat es sehr gut gemacht für sein Alter.“

Der zweite Song ist bereits in Arbeit

Musiklehrerin Annette Mayer erinnert sich, wie sie das Lied das erste Mal hörte: „Ich war total von den Socken. Es war ein fertiger Song.“ Einige Male hat sie die beiden Komponistinnen ungläubig gefragt, ob es wirklich ihr eigenes Werk ist. „So etwas gutes habe ich von Schülern noch nie gehört.“ Das Grundgerüst stellten Lili Hebök und Mimi Vogler. Ein Bandcoach half nur noch, Bass, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug hinzuzufügen.

Einen zweiten Song hat die Schulband bereits in Arbeit. Bei „Me again“ wollen die Schüler dieses Mal die komplette Komposition übernehmen. Ob sie auch diesen Song in Studio 2 auf CD aufnehmen dürfen? „Das wäre ein Traum“, sagt Lili Hebök. Erst einmal sind die Musiker aber stolz auf ihre erste eigene CD, die sie wie echte Profis im Tonstudio produziert haben.

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