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Tutzings Filetstück am See: Auf dem Luftbild ist die grüne Fläche, wo einst das Hotel Seehof stand, deutlich zu erkennen. Gesucht wird nun ein Investor, der an einem Hotelbau dort Interesse zeigt. 

Tutzings Filetstück am See sucht Investor

Neuer Seehof mit bis zu 159 Betten geplant

Nun ist für das Tutzinger Seehof-Grundstück doch wieder ein größeres Hotel im Gespräch. In einer Potenzialanalyse stehen zwei Varianten mit 139 und 159 Zimmern zur Debatte.

Tutzing – Einen Entwurf mit vier Gebäuden hat der Tutzinger Gemeinderat im vorigen Jahr als Grundlage eines Bebauungsplans fürs Seehof-Areal gebilligt. Nach damaligen Angaben von Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller ist er für 70 Hotelzimmer geeignet. Doch in einer neuen Potenzialanalyse hat die Beratungsgesellschaft Drees & Sommer nur zwei größere Varianten untersucht: eine mit 139 und eine mit 159 Hotelzimmern. Christoph Winkelkötter, Geschäftsführer der Starnberger Wirtschaftsfördergesellschaft gwt, stellte die Analyse am Dienstag im Gemeinderat vor. Vertreter von Drees & Sommer waren nicht dabei.

Eine Hotelnutzung des Seehof-Grundstücks sei machbar und wirtschaftlich tragfähig, sagte Winkelkötter. Auf Nachfrage zur Differenz zu nur 70 Hotelzimmern bestätigte er gestern, dass die Wirtschaftlichkeit laut Drees & Sommer nur bei einer der größeren Varianten gegeben sei. Der vom Gemeinderat befürwortete Planentwurf soll anscheinend auch eine größere Lösung ermöglichen.

Besonders gefallen hatte den Gemeinderäten damals eine frei bleibende Fläche neben der Schlossstraße. Sie könne damit sozusagen zum „Schlossboulevard“ werden, schwärmte vor einem Jahr CSU-Gemeinderat Dr. Thomas von Mitschke-Collande. Ob auch dies mit einem größeren Hotelvorhaben zu vereinbaren ist, spielte im Gemeinderat keine Rolle.

Es wurde am Dienstag aber klar, dass die Gemeinde auf dieser Grundlage einen Investor sucht. „Jetzt geht es darum, dass wir jemand finden, der an diesem wunderschönen Platz ein Hotel bauen will“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald in der jüngsten Sitzung. Der derzeitige Eigentümer des Seehof-Grundstücks, das österreichische Unternehmen UBM Development AG, hat daran nämlich kein Interesse, wie Winkelkötter unserer Zeitung bestätigte. Er fügte aber hinzu: „Wir sprechen mit Interessenten.“ Wer als Investor in Frage kommt und ob es sich um Hotelketten oder andere potenzielle Betreiber handelt, dazu wollte er keine näheren Angaben machen.

Bürgermeisterin Greinwald setzt jedenfalls auf „hohes touristisches Potenzial“ an diesem Standort. „Ich kann mir vorstellen, dass jemand genau dort ein Hotel bauen will“, sagte sie. Nicht zuletzt der mittlerweile fertige verlängerte Dampfersteg, der Tutzing zu einem neuen Knotenpunkt der Schifffahrt auf dem Starnberger See macht, verstärkt nach ihrer Überzeugung die Attraktivität der Gemeinde deutlich. Und in Hinblick auf den Verkehr sieht sie Tutzing sogar im Vorteil gegenüber mancher anderen Urlaubsregion, so dem Tegernseer Tal. Drees & Sommer hat zwar neben vielen Stärken von Tutzing auch einige Schwächen ausgemacht, so etwa Mangel an „Premium-Angeboten“. Doch an der generell positiven Beurteilung dieses Standorts für ein Hotel ändert das nichts. Als Zielgruppen für ein Hotel sehen die Experten einen Mix aus Freizeittourismus und Geschäftsreisenden.

Lorenz Goslich

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