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Tutzings große Sommergaudi am See

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Fischerstechen Tutzing, Teilnehmer 2022
Ein Hoch auf die Fischerstecher: die Teilnehmer mit dem Fischerkönig, von links Carola Falkner, Lukas Mastrander, Luis Baumert, Tj Crory, Marcel Heirler, Fischerkönig Tassilo Tircher, Kevin Müller, Leopold Baumert, Tobias Wegel und Bürgermeisterin Marlene Greinwald.  © Photographer: Andrea Jaksch

Fürs Tutzinger Seefest scheint ein neuer geeigneter Standort gefunden – der Bleicherpark. Die Tutzinger Traditionsfeier am Sonntag mit zwei umjubelten Wasserspielen hat annähernd 2000 Menschen angelockt. Auch ein Missgeschick beim Fischerstechen konnte die gute Laune nicht trüben.

Tutzing – Bei Eingeweihten galten sie von vornherein als Favoriten fürs Fischerstechen: Schon vor dem Tutzinger Seefest am Sonntag, bei dem dieser Wettkampf einer der Höhepunkte war, hatten sich ein paar junge Männer zum Üben getroffen. Schon lange kennen sie den Fischermeister Martin Greinwald und seine Frau, Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Mit ihrem Sohn, dem 2016 bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Xaver, waren sie befreundet. Beim Seefest im Bleicherpark stellte sich für sie nur die Frage, wer von ihnen siegen würde. Dann passierte es: Lukas Marstrander, einer von ihnen, hatte plötzlich eine Schnittwunde, als er aus dem Boot gestiegen war. „Es gibt ja viele Leute, die Flaschen in den See schmeißen“, kommentierte Moderator Hans Greif per Lautsprecher verständnislos. Gleich mehrere Ärzte, die im Publikum waren, und die bereitstehende Tutzinger Wasserwacht kümmerten sich um den Verletzten. Das Stechen wäre ohne den Unfall vielleicht anders ausgegangen.

So kam es, dass Leopold „Poldi“ Baumert und Tassilo Tircher im Finale standen. Der 24 Jahre alte Tircher siegte. Der Sohn des Tutzinger Persenningspezialisten Christian Tircher macht gerade seinen Meister in der Traubinger Autowerkstatt von Thomas Parstorfer, den er sehr schätzt und dessen Betrieb er eines Tages gern übernehmen würde, wie er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur verriet.

Standort Bleicherpark war ein Versuch

„Ich habe gestern Abend etwas getrunken“, erzählte Poldi Baumert, der in dem von seiner Familie mitbetriebenen Radgeschäft Dillitzer arbeitet, zu seiner Finalniederlage. Gestern ist er 19 Jahre alt geworden. „Eine große Freude“, sagte Marlene Greinwald bei der Siegerehrung zu den Burschen: „Ich kenne euch alle von klein auf.“

Fischwandlrennen in Tutzing 2022
Nicht so einfach, wie es aussieht: das Paddeln mit den Fischwandln. © Photographer: Andrea Jaksch

Für die Veranstalter von der Tutzinger Gilde war der Bleicherpark ein Versuch. Fürs Seefest sei er besser geeignet als der Kustermannpark, meinten viele. Auch die Organisatoren um Florian Schotter und Andreas Weigmann waren sichtlich zufrieden. Annähernd 2000 Menschen fühlten sich auf dem Uferareal unterhalb des Gymnasiums sichtlich wohl. Dazu leisteten im Pavillon die „Würmsee Böhmischen“ einen wichtigen musikalischen Beitrag. Weil bei Sonnenuntergang Schluss war, musste im Gegensatz zu früheren Seefesten kein Strom verlegt werden. Hans Greif machte daraus am Mikrofon das Motto: „Ihr müsst feiern, bis es dunkel wird.“

Rund 50 Helfer schon am Morgen am Werk

Schon am Morgen hatten fast 50 Helfer parat gestanden – unter ihnen viele bekannte Einheimische, aber auch Auswärtige wie Gerald Bugl vom Mondsee in Österreich, ein guter Freund der Familie Schotter. Voller Zuschauer war das Ufer bei den beiden Wasserspielen: einem Fischwandlrennen am frühen Nachmittag, später dem Fischerstechen. Das Fischwandlrennen in zwei eigens angefertigten Trögen erwies sich als gar nicht so einfach. Eines der Zweier-Teams kippte gleich zweimal um, ein anderes schaffte es im fast komplett vollgelaufenen Trog gerade noch ins Ziel. Auch die Sieger Maxi Benkert aus Unterzeismering und Kilian Schneid aus Kampberg fanden es kipplig und anstrengend, wie sie später sagten. Die Sieger seien halt jünger, meinte Max Rehberg vom Freizeit- und Jugendclub JM schmunzelnd, der mit seinem Partner Korbinian Ludwig im Finale unterlag. Sogar ein aus Hannover stammendes Paar machte mit: Sina Hambrock und Tobias Westermann. Die beiden leben seit vier Jahren in Tutzing, heiraten im Oktober aber in Hannover.

Viel Applaus gab es auch für die Ruderer Martin Greinwald und Alois Weiß beim Fischerstechen. Greinwald ist einer von 34 Fischermeistern am Starnberger See. Eines der Boote gehört ihm, das andere dem Verein zur Förderung der Tutzinger Fischerhochzeit. Es handelt sich um alte Flachschiffe, erzählte er. Vier derartige Boote gibt es in Tutzing – derzeit. Ein weiteres will er in Zukunft bei Kilian Schropp in Starnberg bauen.

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