Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Tutzings Geschäftsleiter Marcus Grätz, Kreiskämmerer Stefan Pilgram, Gymnasiumsdirektor Andreas Thalmaier und Landrat Stefan Frey stehen auf dem Schulgelände des Gymnasiums, im Hintergrund die Kalle-Villa.
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Offizielle Gymnasiumsübergabe vor der denkmalgeschützten Kalle-Villa: Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Gemeindegeschäftsführer Marcus Grätz, Kreiskämmerer Stefan Pilgram, Direktor Andreas Thalmaier und Landrat Stefan Frey (v.l.).

Tutzinger Gymnasium geht offiziell auf den Landkreis über

Übergabe ohne Türklopfer

Seit Samstag ist das Tutzinger Gymnasium in neuen Händen: Das Landratsamt Starnberg hat die Trägerschaft von der Gemeinde Tutzing übernommen.

Tutzing – Kurz vor dem großen Tag für das Gymnasium Tutzing gab es noch eine unliebsame Überraschung: Der Türklopfer an der 1927 erbauten Kalle-Villa, ein schöner Ring, war verschwunden – ganz offensichtlich geklaut. Und das ganz pünktlich zum lange vorbereiteten Wechsel der Schulträgerschaft von der Gemeinde auf den Landkreis Starnberg. Eine geplante Aktion, vermutete Direktor Andreas Thalmaier.

Um die Übertragung quasi offiziell zu vollziehen, trafen sich am Samstag Vertreter von Gemeinde, Landkreis und Schule am Gymnasium – und konnten kaum fassen, was sie da sahen. Vielleicht habe jemand wenigstens ein Stück des Gymnasiums in Tutzing behalten wollen, überlegte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Aber wie die ganze Kalle-Villa stehe auch der Türklopfer unter Denkmalschutz: „Das ist wirklich Diebstahl.“ Erfreulichere Anblicke gab es bei der formellen Übergabe der Trägerschaft im traumhaften Ambiente neben dem Bleicherpark, wo sich Badegäste tummelten. Dem Anlass entsprechend hatten Greinwald und Gemeinde-Geschäftsleiter Marcus Grätz einen großen hölzernen Schlüssel mitgebracht, Thalmaier schenkte den Gästen Prosecco ein.

Die kleine Feier bildete quasi den Abschluss einer Debatte, die in Tutzing seit Jahrzehnten schwelte. Die einen hatten immer wieder die Trennung der Gemeinde Tutzing von ihrem schönen, aber teuren Gymnasium gefordert, die anderen an der Trägerschaft festgehalten. Zuletzt war der Wechsel in der Gemeinde selbst kaum noch umstritten, aber dafür erwies sich Überzeugungsarbeit beim Landkreis als nötig. Der ehemalige Landrat Karl Roth wollte das Gymnasium nicht so recht haben, bis der Kreistag schließlich doch zustimmte. Am Samstag strahlte Roths Nachfolger Stefan Frey Zuversicht aus: „Wir freuen uns auf die Schule“, versicherte er.

Wie es nun weitergeht? „Wir werden erst den Bau anschauen“, kündigte er an. „Und dann klären, wie wir die Sanierung angehen, und einen Zeitplan erstellen.“ Im Tutzinger Gemeinderat war eine Kostenschätzung von zwölf Millionen Euro genannt worden, doch Zahlen waren diesmal kein Thema. Im Herbst sollen sich laut Frey Kreistag und Schulausschuss damit beschäftigen. Marlene Greinwald betonte: „Das Gymnasium wird immer zu Tutzing gehören.“ Das wertvolle Grundstück in Ufernähe bleibt ohnehin in Gemeindeeigentum. Zu einer Verlagerung des Gymnasiums gab es zwar immer wieder mal Spekulationen, doch nie konkrete Pläne.

Lorenz Goslich

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