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Neustart in Tutzing: Tino von Gleichenstein und seine Freundin Julia Schmidt wagen im lange leerstehenden Sudhaus den Sprung ins kalte Wasser und wollen kulinarische Schmankerl und stilvolles Wohnen zusammenbringen.

Einzelhandel

Sudhaus statt Sisi

Im Tutzinger Sudhaus sind die Läden plötzlich belegt. Einer der Betreiber ist Tino von Gleichenstein, den viele als Juniorchef des Hotels Kaiserin Elisabeth kennen.

Tutzing – Tino von Gleichenstein ist erkennbar in seinem Element. Der Feldafinger Gemeinderat, den viele als Juniorchef des Hotels „Kaiserin Elisabeth“ kennen, führt Besucher stolz durch sein neues Reich. Das befindet sich aber nicht in Feldafing, sondern in Tutzing – in dem alten, siebenstöckigen Gebäude, das Einheimische Sudhaus nennen.

Im Erdgeschoss des vor Jahren komplett sanierten ehemaligen Industriebaus hat von Gleichenstein zusammen mit seiner Freundin Julia Schmidt ein Geschäft der ganz eigenen Art eingerichtet. „Tinoscoolfood“ ist der Name. Es handelt sich um eine Mischung aus kulinarischen Schmankerl mit Catering samt Kaffeebar und Einrichtungsgegenständen, für die Julia Schmidt zuständig ist.

Sie präsentiert Sofas, Sessel, Kühlschränke und viele Wohnaccessoirs, während es von Gleichenstein eher mit Terrinen, Energy Balls, Apfel- oder Schokotartes hält. Die Kaffeebar im Eingangsbereich führt die Mitarbeiterin Inge Neuner, die viele vom „Marina“ oder vom „Saustall“ in Bernried kennen werden. Von Gleichenstein, dessen Familie das bekannte Weingut Freiherr von Gleichenstein am Kaiserstuhl betreibt, ist mit Leib und Seele Koch.

Für Tutzing hat er sein ganz eigenes Konzept gebastelt. „Es ist alles gluten- und lactosefrei“, sagt er. Auch auf Alkohol wird verzichtet. Und das Hotel Kaiserin Elisabeth? „Ich bleibe der Familie weiter verbunden“, versichert der gelernte Koch und Betriebswirt, der am Osterdienstag 50 Jahre alt wird: „Wir haben ein gutes Verhältnis.“

Das bestätigt auch Hotelinhaberin Erika Borchard, Gleichensteins Tante. Beide sehen Potenziale für eine Zusammenarbeit auf neuer Basis. Rund 3500 Quadratmeter Fläche stehen im Sudhaus insgesamt zur Verfügung. Knapp die Hälfte davon sind Wohnungen, der Rest Büros und Läden. Trotz der Nähe der relativ neuen Einkaufsmärkte von Tengelmann und Aldi hatten die Geschäfte im Erdgeschoss des Sudhauses lange Zeit leer gestanden.

Das ist nun vorbei. Zunächst war eine Post-Agentur eingezogen, neu ist auch ein Spezialist für E-Bikes. Die Inhaber des Sudhauses, Cornelia und Bernhard Pfeufer, zeigen sich zufrieden mit der neuen Entwicklung, auch wenn alles länger gedauert hat als erwartet. Das historische Ambiente des alten Industriebaus schimmert überall durch. Mit etwas Fantasie kann man sich in die Zeiten der Brauerei und der Textilfabrik zurückversetzen. Teile der alten Brauerei sind noch erhalten. Von Gleichenstein wird sogar die hohe ehemalige Sudhalle für Veranstaltungen nutzen können.

Lorenz Goslich

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