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Vom Yacht-Club in die Stadthalle

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Auf gutes Gelingen: Die neuen Wirte der Stadthalle Andreas und Dana Fink (3. und 4. v.l.) wurden von OB Andreas Haas, Stadthallenleiterin Medea Schmitt und Kulturreferent David Kulbe willkommen geheißen.
Auf gutes Gelingen: Die neuen Wirte der Stadthalle Andreas und Dana Fink (3. und 4. v.l.) wurden von OB Andreas Haas, Stadthallenleiterin Medea Schmitt und Kulturreferent David Kulbe willkommen geheißen. © Weber

Die Tutzinger Yacht-Club-Wirte kochen künftig in der Germeringer Stadthalle. Andreas und Dana Fink würden gerne als Caterer am Starnberger See weitermachen. Der Yacht-Club will das aber nicht.

Tutzing – Die Gastronomen Andreas und Dana Fink haben ihren Vertrag beim Deutschen Touring-Yacht-Club in Tutzing nach sieben Jahren gekündigt. Sie übernehmen die Bewirtung in der Germeringer Stadthalle. Der Vertrag mit dem Yacht-Club wäre noch zwei Jahre gelaufen, sagt dessen zweiter Vorsitzender Thomas Giebelhausen auf Nachfrage: „Wir waren überrascht.“

Andreas Fink betreibt das Unternehmen „Sapore Catering“, mit dem er in einem größeren regionalen Umkreis aktiv ist, und auch noch das Bistro auf dem Tutzinger Museumsschiff im Kustermannpark, eine der Attraktionen der Seegemeinde. Sowohl im Yacht-Club als auch auf dem Museumsschiff will Fink künftig Catering anbieten, wie er dem Starnberger Merkur sagte. Der Yacht-Club ist aber laut Vizevorsitzendem Giebelhausen bereits in Gesprächen mit einem Nachfolger. Es handele sich um einen Gastronomen aus der Region, der Synergien nutzen könne. „Nur mit Catering kommen wir nicht klar“, so Giebelhausen.

Fink betonte im Gespräch, dass seine bisherigen beiden Tutzinger Gastronomien Saisonbetriebe seien: „Man muss sehen, dass man über die Runden kommt. Man kann nicht nur vier Monate arbeiten und ansonsten nichts machen. Von nichts kommt nichts.“ Der Vorsitzende des Museumsschiff-Vereins, Matthias Helbig, zeigte Verständnis für Finks Pläne: „Er braucht im Winter ein Standbein, das ist für ihn eine Ergänzung – da habe ich nichts dagegen.“ Den Vertrag mit dem Museumsschiff-Verein habe Fink noch nicht gekündigt.

Sechs feste Mitarbeiter beschäftigte Fink bisher in Tutzing. In Germering sollen es sechs bis sieben Personen sein. Die Stadthalle steht seit rund zwei Jahren ohne Wirt da. Die bisherigen Pächter hatten im Jahr 2020 wegen der Corona-Auswirkungen ihren Vertrag gekündigt. Die Germeringer beauftragten schließlich eine Agentur mit der Nachfolge-Suche, wie Stadthallenleiterin Medea Schmitt bei der Vorstellung der Finks berichtete. Jene hätten sich dann unter 30 Bewerbern durchgesetzt.

Bis die beiden das Restaurant in der Stadthalle öffnen, wird es aber noch etwas dauern. Zurzeit werden dort nämlich noch dringend notwendige Reparaturen und Sanierungen durchgeführt. Gastraum und Küche sind momentan eine Baustelle. Bis zur Öffnung werden Andreas und Dana Fink allerdings schon bei allen Veranstaltungen im Haus einen Catering-Service anbieten.

Fink stellte sich in Germering als Südtiroler vor, der für seinen Beruf um die ganze Welt gereist sei. Bevor er nach Deutschland gekommen sei, habe er 14 Jahre als Koch und Gastronom in England gearbeitet. Die Sehnsucht nach seiner Heimat habe ihn dann nach Bayern verschlagen. Nach Südtirol zurückkehren wolle er nicht, aber zumindest näherkommen wollte er dem nördlichsten Landesteil Italiens. Und so fiel die Wahl auf die Region München. Seine Frau Dana Fink, die er in einer Südtiroler Küche kennengelernt hat, trug die Entscheidung mit.

Für die Stadthalle verspricht Andreas Fink Südtiroler Küche, die mehr biete als Knödel und Speck. Den Start will er nicht überhastet vom Zaun brechen. Zurzeit suche er noch Personal – eine schwierige Angelegenheit in der Branche. Außerdem müsse er sich genau mit allen Abläufen des Hauses inklusive der Bewirtung bei Veranstaltungen vertraut machen, ehe er mehr zum künftigen Betrieb sagen kann.

Klaus Greif
Lorenz Goslich

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