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Freuen sich über die Unterstützung der Mitglieder: Dona und Andreas Fink, Pächter des Casinos des Deutschen Touring Yacht-Clubs in Tutzing. 

Deutscher Touring Yacht-Club in Tutzing

Vorschuss für den Wirt der Skipper: Yacht-Club findet kreative Lösung, um Gastronom zu helfen

Der Deutsche Touring Yacht-Club (DTYC) in Tutzing hilft seinem Wirt in finanzieller Not: Die Mitglieder laden mehr Geld auf ihr Guthabenkonto als üblich und retten den Gastronom so wahrscheinlich über die Krise.

Tutzing Wochenlang blieben die Töpfe und Teller leer – und Andreas Fink nichts anderes übrig, als seine Küche im Casino des Deutschen Touring Yacht-Clubs (DTYC) in Tutzing auf Hochglanz zu polieren. Und das unter Existenzängsten. „Ich kann nicht sagen, ob ich einen Monat überbrücken kann oder drei oder vier“, sagte der Wirt, als die Corona-Lockerungen für die Gastronomie noch nicht absehbar waren. Seit Montag darf er immerhin den Außenbereich wieder bewirtschaften – „60 Prozent der eigentlichen Kapazität“, präzisiert Fink. Ab kommenden Montag bekommen die Clubmitglieder dann auch innen wieder Speisen und Getränke serviert, besetzen kann der Wirt aber auch dort nur die Hälfe der Plätze.

Die Arbeit geht also wieder los für Fink, wenn auch eingeschränkt. Da der Yacht-Club um die wirtschaftliche Not seines Pächters weiß, hat er eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Vorsitzender Wolfgang Stückl hatte seine Skipper um einen Vorschuss für den Wirt gebeten. „Jedes Mitglied kann bereits zu Saisonbeginn sein Guthabenkonto im Casino aufladen.“ Einen knappen Monat später sagt Gastronom Fink: „Das wird sehr gut angenommen, die Unterstützung ist groß.“ So könne er manches bezahlen, was er sich sonst teils nicht leisten könne – Steuern, Strom oder Lieferanten.

Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert

Der DTYC lässt er aber nicht mit dieser Maßnahme bewenden. Zum einen sollen die Fixkosten für den Wirt reduziert werden, zum anderen wurde der Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert. „Der Vorstand hat überlegt, wie wir unserem Wirt Sicherheiten geben können“, erklärt Stückl. „Dazu gehört auch, dass er längerfristig planen kann.“

Durchgehend warme Küche von Mittwoch bis Sonntag bietet Fink an. Während das Casino am Wochenende und während der Regatten Mitgliedern und Seglern vorbehalten ist, steht es unter der Woche jedem offen. „Am besten vorher anrufen“, rät der Gastronom. Die Unterstützung des Clubs ist auch deshalb so wichtig für ihn, weil er noch immer auf die staatliche Soforthilfe wartet, die er vor Wochen beantragt hat. „Der Antrag wurde akzeptiert, aber bekommen habe ich noch nichts“, sagt er.

Einfach nur Däumchen drehen kann Fink nicht. Der 52-jährige Südtiroler ist ein Globetrotter. Er hat in Südamerika und in den USA gearbeitet, in Schottland wie in England. Er kennt große, renommierten Hotels genau wie das Clubgeschäft. Doch eine Situation wie jetzt hat er selbst während der Finanzkrise in Großbritannien nicht erlebt. „Die Menschen gingen damals dennoch zum Essen und zum Trinken aus“, erinnert er sich. Die Speisekarte des gebürtigen Bozeners ist von seiner italienischen Herkunft geprägt und von den verschiedenen Stationen in aller Welt inspiriert.

Dass es ohne Solidarität nicht funktioniert, ist allen im Club bewusst. Das Geschäft eines Casino-Wirts in einem Segelclub ist schwierig. Betrieb herrscht nur während der Saison von April bis Oktober. Danach öffnet Fink für Feste der Mitglieder oder für externe Feiern.

Christian Heinrich und Tobias Gmach

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