Auf die Fläche beim Einkaufszentrum an der Lindemannstraße soll das Parkleitsystem laut Arbeitskreis Mobilität zumindest an Sonn- und Feiertagen verweisen.
+
Auf die Fläche beim Einkaufszentrum an der Lindemannstraße soll das Parkleitsystem laut Arbeitskreis Mobilität zumindest an Sonn- und Feiertagen verweisen.

Verkehrslösungen gesucht

Vorstoß von Arbeitskreis Mobilität: Kommt das Parkleitsystem für Tutzing?

Der Arbeitskreis Mobilität sucht überparteilich Verkehrslösungen in Tutzing. Seine ersten Ziele hat er nun formuliert: Die Mitglieder wollen den Parkverkehr möglichst weit weg vom See halten, Parkzonen ausweisen und ein Parkleitsystem installieren.

Tutzing – Vier Mitglieder hat der im Tutzinger Gemeinderat gebildete Arbeitskreis Mobilität. Sprecherin ist Flora Weichmann von den Grünen, weiter gehören ihm Claus Piesch von den Freien Wählern, Florian Schotter von der CSU und Dr. Joachim Weber-Guskar von der FDP an. Zum Auftakt hat der Arbeitskreis kurz vor Weihnachten im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats ein Parkleitsystem für Tutzing angeregt.

„Unser Ziel ist es, für den zweiten kommenden Corona-Sommer mit potenziell erneut überdurchschnittlich vielen Tagesgästen zeitnah gerüstet zu sein“, erläuterte Weber-Guskar gegenüber dem Starnberger Merkur. Im Arbeitskreis bemühe man sich um Überparteilichkeit und Einstimmigkeit. Die Ideen – von den vier Arbeitskreis-Mitgliedern selbst, aus der Bevölkerung und der Gemeindeverwaltung – habe man priorisiert, man werde sie nach und nach in den Ausschuss einbringen. Parkleitsystem, Parkzonen und Steuerung des Parksuchverkehrs „weg vom See“ sind laut Weber-Guskar die ersten Ziele. Folgen soll die Einbahnstraßen-Situation und eine damit verbundene Entlastung der Hauptstraße. Als Fernziel nennt er die Optimierung einer Verkehrsführung westlich der Bahn in Nord-Süd-Richtung. Dazu könne auch schon die Neugestaltung der Unterführung an der Heinrich-Vogl-Straße beitragen. Ein zentraler Wunsch bleibe die sichere Anbindung aller Ortsteile durch den öffentlichen Nahverkehr sowie mit dem Rad.

Parkleitsystem soll gerade Ortsfremden helfen

Ein Parkleitsystem sollte nach den Vorstellungen des Arbeitskreises gerade Ortsfremden eine gute Übersicht über Parkmöglichkeiten bieten. Im Norden und im Süden seien große Überblickstafeln wünschenswert, und zwar statische Anzeigetafeln – sie seien günstiger, leichter zu montieren und schneller umzusetzen. Durch den Radschutzstreifen an der nördlichen Hauptstraße sind nach Angaben von Weber-Guskar etwa 35 Stellplätze weggefallen. Er wundert sich darüber, dass dies keine Beschwerden bei der Gemeinde hervorgerufen habe – weder von Parkplatzsuchenden noch von Anwohnern umliegender Straßen. „Da hatten einige Ratskollegen mehr Aufschrei erwartet.“ Die oft ungenutzten, weiter weg vom See liegenden Parkplätze scheinen den Bedarf also bereits gedeckt zu haben.

Wert legt der Arbeitskreis auf die Standzeiten. Je weiter weg vom See, umso länger soll man parken dürfen: an der Hauptstraße kürzer (zum Beispiel bis zwei Stunden), zwischen Hauptstraße und Bahnlinie länger (etwa vier Stunden). Westlich der Bahn sollen (außer am Bahnhof) keine Gebühren verlangt werden. Zeitlich begrenzte Parkzonen sollen den Parkersatzverkehr der Pendler verhindern und Anwohnern sowie deren Besuchern Freiheit lassen. Denkbar wäre eine Regelung „Anwohner frei 17 bis 9 Uhr“.

Eine „Semmeltaste“ für 30 bis 45 Minuten soll kostenloses kurzes Einkaufen und Parken erleichtern. Bernd Pfitzner (Grüne) sah auch Bedarf für längeres oder gar ganztätiges Parken, wenn jemand einen Ausflug macht oder eine Dampferfahrt unternimmt. „Besonders gut wäre es, wenn man die Leute alle zum Bahnhof leitet“, meinte er: „Dann kommen sie vielleicht auf die Idee, beim nächsten Mal gleich mit dem Zug zu kommen.“

Lesen Sie auch:

Noch mehr Last auf der Seele: Was Corona mit den Tutzinger Tabaluga-Kindern macht

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare