Das Beringerheim in Tutzing vor blauem Himmel.
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Eine schöne Villa, die eine neue Nutzung erfährt: Das Beringerheim soll ein Inklusionsbetrieb werden.

Inklusionsbetrieb im Beringerheim geplant

„Vorzeigekonzept“ für alte BND-Villa in Tutzing

Für das Beringerheim in Tutzing gibt es neue Pläne. Der Wohlfahrtsverband Arbeiter-Samariter-Bund und die Montessori-Schule Biberkor haben im Gemeinderat ein Konzept für einen Inklusionsbetrieb dort vorgestellt.

Tutzing – Die gesetzliche Grundlage bildet der Paragraf 215 des Sozialgesetzbuchs IX („Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“). Die Betroffenen sollen wertschätzend behandelt werden, sie sollen selbst bestimmt arbeiten und leben können, sagte Monika Mayer, Projektleiterin des Arbeiter-Samariter-Bunds. Das „Gelenk zwischen Schule und Beruf“ fehle, sagte Montessori-Geschäftsführer Christoph Borchardt gegenüber dem Starnberger Merkur. Als Vorbild nannte er das „Hofgut Himmelreich“ bei Freiburg.

In Tutzing handelt es sich um eine mehrstufige Planung. Im Hauptgebäude, das saniert werden soll, ist ein Tagungs- und Übernachtungsbetrieb mit 35 bis 40 Plätzen geplant. Vorgesehen sind auch ein Kinderhort im Wald für zunächst 25 Kinder sowie der Umbau eines Nebengebäudes zu einem Ausbildungsraum mit Toilettenanlage. Schließlich soll der Neubau einer Tagespflege für etwa 24 Personen am Fuß des Beringerparks hinzu kommen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat das Anwesen vor etwa zwei Jahren vom Bayerischen Verkehrsbeamten-Verein erworben. Die prächtig am Hang angelegene Villa diente über lange Zeit „einer Behörde des Bundes“ als Standort, „über die man nicht reden darf“, sagte Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald im Gemeinderat. Dass es sich um den Bundesnachrichtendienst handelte, weiß man in Tutzing. Für Montessori-Geschäftsführer Borchardt ist das Anwesen ein „Sahnestück“.

Die Montessori-Schule Biberkor befindet sich in auffallender Expansion. „Wir wollen den Park für Menschen aus Tutzing und für andere öffnen“, kündigte Mayer an. Eine Gastronomie ist vorgesehen, das Anwesen soll für viele öffentliche Zwecke zur Verfügung stehen: Vereine, soziale Einrichtungen, kulturelle Veranstaltungen, auch für externe Partner. „In der Gemeinde und im Landkreis haben wir sehr gute Partner, die uns effektiv unterstützen“, sagte Mayer gestern auf Anfrage.

Der Tutzinger Gemeinderat hat sowohl eine erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans als auch einen Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplans einstimmig genehmigt. Es gibt zwar noch diverse baurechtliche Hürden, doch sie scheinen als überwindbar betrachtet zu werden. Mehrere Gemeinderäte haben das Konzept sehr positiv beurteilt. „Ich freue mich über dieses schöne weitere Projekt hier in Tutzing“, sagte Greinwald. Bernd Pfitzner (Grüne) sprach von einer „tollen Idee“, Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) von einem „Vorzeigekonzept“.  

Lorenz Goslich

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