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Ehrungen für engagierte Mitglieder der Wasserwacht Tutzing (v.li.): Julian Ulrich, BRK-Kreischef Jan Lang, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Martin Wrase, Vorsitzender Matthias Jilg, Thomas Ulrich, Robert Lettenbauer, Markus Schmolz, Gerold Jilg (50 Jahre Mitgliedschaft) und Vizevorsitzender Christian Starosta. 

Wasserwacht Tutzing

Schwere Aufgaben für neue Führung

An der Spitze der Tutzinger Wasserwacht gibt es einen Wechsel. Die Ortsgruppe steht vor erheblichen Herausforderungen. So gibt es hohen Renovierungsbedarf.

Tutzing – Sie tauschen einfach ihre Ämter: Matthias Jilg übernimmt den Vorsitz der Tutzinger Wasserwacht-Ortsgruppe von Christian Starosta, der dieses Amt seit einem Jahr bekleidet hat. Jilg war bisher sein Stellvertreter; in diese Funktion rutscht nun Starosta, der voriges Jahr geheiratet hat und den viele noch unter dem Namen Christian Rührmeyer kennen. Bei der Jahresversammlung im Deutschen Touring Yacht Club am Freitagabend begründete er dies damit, dass er in Weilheim wohnt und nicht so flexibel sei wie Jilg, der in Tutzing lebt und arbeitet.

An Arbeit fehlt es nicht für das Führungsteam. Die Wasserwacht im BRK sieht sich in Tutzing vor erheblichen Herausforderungen. Sorgen machen vor allem die baulichen Einrichtungen. Ein im Südbad aufgestelltes Zelt steht seit Jahren plakativ für Provisorien. Dringender Erneuerungsbedarf wird besonders für die Hütte im Südbad, den zu engen und morschen Steg sowie die Seilwinde für das Boot gesehen, deren Bremswirkung als unzureichend betrachtet wird. 50 000 bis 60 000 Euro werden allein für eine Steg-Erneuerung angesetzt. Besonders auch unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit am Arbeitsplatz sieht der technische Leiter Robert Lettenbauer erheblichen Handlungsbedarf, denn für die Mitarbeiter der Wasserwacht bestünden hohe Sicherheitsrisiken.

Aber die Finanzierung ist offen. Die Ortsgruppe hofft auf Spenden aus der Bevölkerung, auch Stiftungen wurden angeschrieben, von einer gab es bereits eine Absage. „Das Geld sitzt nicht so locker“, kommentierte Lettenbauer ernüchtert.

Für die drängenden Aufgaben wie den Steg signalisierte Bürgermeisterin Marlene Greinwald Unterstützung. „Das Thema können wir auf jeden Fall regeln“, sagte sie. Den Mitgliedern der Wasserwacht dankte sie mit sehr persönlichen Worten für ihren großen Einsatz. Für ihr ehrenamtliches Engagement, für vielfältige Hilfe und Lebensrettung könne man nicht genug Wertschätzung aufbringen, betonte sie.

Starosta dankte der Gemeinde für ihre Unterstützung, so bei der Bezahlung von Strom und Wasser, was eine erhebliche Entlastung bedeute. Eine große Lösung mit einem komplett neuen BRK-Standort für Tutzing, über den schon lange diskutiert wird, wurde an diesem Abend bewusst nicht thematisiert. „Das ist ein Projekt, das größere Dimensionen hat“, sagte BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang. Das könnten der Kreisvorstand und die Tutzinger Ortsgruppe nicht allein bewältigen: „Dazu brauchen wir den Landrat.“

Von insgesamt 98 Mitgliedern der Tutzinger Ortsgruppe sind 43 aktive Wasserwachtler. Sie haben es 2017 zusammen auf 5055 Wachstunden gebracht. 53 Einsätze wurden gezählt. Dabei spannte sich der Bogen von vielfältiger Hilfe zu Wasser wie an Land über die Suche nach Vermissten bis zu Lebensrettungen. Als im vorigen Jahr ein Mitarbeiter des Restaurants Marina in Bernried einen Herzinfarkt erlitt, war die Tutzinger Wasserwacht am schnellsten an Ort und Stelle und reanimierte ihn. Leider verstarb er dennoch später im Krankenhaus.

Der Einsatz an Land wird allerdings von der Bevölkerung nicht immer akzeptiert, beklagte Lettenbauer. Viele wüssten nicht, dass die Wasserwacht auch bei der Erstversorgung an Land oft gefragt ist. Da gebe es nicht selten Verständnislosigkeit.

Viel Engagement wird in die Ausbildung gesteckt. So haben sich neben 16 Jugendlichen, die unter den 43 Aktiven sind, zwei weitere junge Leute zu Wasserrettern qualifiziert. Jugendleiter Harrison Jones hofft auf weiteres Engagement Jugendlicher.

Von Lorenz Goslich

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