Neue Planung für den Seehof: Die blauen Gebäudekörper stellen die Bebauung des Seehof-Areals dar, in deren Süden ist viel Platz zum Promenieren. Eine Grünfläche bietet ausreichend Raum für die Madonna (rotes Quadrat), ein Kiosk ist am See rechts.
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Neue Planung für den Seehof: Die blauen Gebäudekörper stellen die Bebauung des Seehof-Areals dar, in deren Süden ist viel Platz zum Promenieren. Eine Grünfläche bietet ausreichend Raum für die Madonna (rotes Quadrat), ein Kiosk ist am See rechts.

Neues Planung

Weckruf aus dem Dornröschenschlaf: Neues Seehof-Konzept stellt die öffentliche Flächen in Vordergrund, nicht das Hotel

Es könnte sich als eine echte Chance für Tutzing entpuppen, die neue Planung für den Seehof. Zum See und zum Schloss hin soll der öffentliche Raum großzügig gestaltet werden.

Tutzing – Bürgermeisterin Marlene Greinwald sieht „eine einmalige Chance für Tutzing“. Fürs Seehof-Areal hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München am Dienstag im Gemeinderat eine Konzeption vorgestellt, die gegen eine Stimme gebilligt wurde. 80 bis 90 Hotelzimmer sollen sich mit öffentlicher Nutzung verbinden. Der österreichische Seehof-Eigentümer UBM Development will sich dennoch nach wie vor von dem Areal trennen, bekräftigte eine Sprecherin des Baukonzerns gestern auf Anfrage. Der Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft gwt, Christoph Winkelkötter, gab sich überzeugt von einer möglichen Hotelnutzung. Mit potenziellen Betreibern sei die gwt im Gespräch.

Die Zeit drängt: Eine Veränderungssperre endet am 14. Oktober 2021. Für den Bebauungsplan gibt es deshalb ein „beschleunigtes Verfahren“. Eines der Ziele: Die Verbindung von der Hauptstraße zum See soll mit einer Blickachse offen bleiben. Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller sieht die Möglichkeit eines „neuen Zentrums“. Der Architekt Michael Winkelmann stellt sogar die öffentliche Funktion in den Vordergrund, nicht das Hotel. Vorgesehen sind 80 bis 90 Hotelzimmer in vier Gebäuden von West nach Ost nebeneinander. Wie nach dem alten Baurecht soll die Geschossfläche 5200 Quadratmeter umfassen. Zum See und zum Schloss hin soll der öffentliche Raum großzügig gestaltet werden. Winkelmann sprach vom „Schlossplatz“.

Neben dem Dampfersteg ist ein Kiosk und eine Gastronomie in Bootshütten-Form geplant. Sie könne als Empfangsgebäude für Schiffsgäste dienen, sagte gwt-Tourismuschef Klaus Götzl. In den Erdgeschossen der Hotelgebäude sind Läden, Bistros und Ähnliches vorgesehen. Gegenüber dem Schlosseingang soll ein kleines Extragebäude eventuell den öffentlichen Zugang zu einem Wellnessbereich im Untergeschoss der Hotelanlage markieren. Eine Tiefgarage soll eine einspurige Zufahrt erhalten.

Dr. Wolfgang Weber-Guskar (FDP) plädierte für möglichst viele öffentliche Parkplätze. Die Bürgermeisterin erwartet eine Aufwertung des gesamten bisher „im Dornröschenschlaf“ liegenden Gebiets. Weitere Untersuchungen folgen, etwa wegen mehrerer Schutzgebiete. Der Baumbestand soll gesichert werden, sagte Landschaftsplanerin Monika Treiber. Eventuell werde man einen Teil des Bareislgrabens abzweigen und über die Promenade führen.

Lorenz Goslich

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