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In Sorge: Der Vorstand des Tourismusvereins mit Armin Heil, Kristina Danschacher, Renate Schöpf, Volker Herrmann, Sigrid Horn, Heike Grund und Dagmar Niedermair.

Die Sorgen des Tourismusvereins

Wenig Hotelbetten in Tutzing: „Wir schicken viele Gäste nach Bernried“

Mangel an Hotelbetten bereitet dem Tutzinger Tourismusverein Sorgen. Seine Vorsitzende Kristina Danschacher plädiert für Hotelzimmer im Neubau beim „Andechser Hof“ in der Ortsmitte.

Tutzing – Kristina Danschacher ist regelmäßig enttäuscht, wenn sie wieder mal Gäste wegschicken muss. „Sie müssten mal die Anfragen im Sommer erleben“, sagt die Vorsitzende des Tutzinger Fördervereins für Tourismus. Zusammen mit einer Reihe ehrenamtlicher Mitglieder betreibt sie das Tourismusbüro im Vetterlhaus. In der Hochsaison gehen nach ihren Worten praktisch täglich neue Anfragen ein. Doch in dieser Zeit könne sie in Tutzing kaum jemanden unterbringen, weil alle Kapazitäten ausgelastet seien. Was dann? „Wir schicken viele Gäste nach Bernried ins Hotel Seeblick und in den Gasthof Drei Rosen.“

Klagen über einen Mangel an Hotelbetten sind in Tutzing häufig zu hören. Der Gemeinderat hat aus diesem Grund erst kürzlich bei zwei Anträgen auf Erweiterungen von kleineren bis mittelgroßen Tutzinger Hotels – Engelhof und Reschen – gewisse bauplanerische Bedenken in den Hintergrund gerückt und die Vorhaben wohlwollend behandelt. Diese Erweiterungen reichten für Tutzing aber bei Weitem nicht aus, sagt die Tourismusvereins-Vorsitzende.

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Nach ihrer Meinung sollten diese Überlegungen auch beim Neubau an Stelle des „Andechser Hofs“ eine größere Rolle spielen. Den meisten Gemeinderäten und auch vielen Bürgern gefällt der von Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller vorgelegte Entwurf für den „Andechser Hof“ generell gut. Mehrere Mitglieder des Bauausschusses lobten ihn als sehr gelungen. Gerade auch ein direkt an der Hauptstraße vorgesehener Biergarten stieß auf allgemeine Zustimmung. Danschacher sieht das zwar generell ebenfalls so – doch sie vermisst Hotelzimmer. Die Eigentümer haben unter anderem Appartements für Feriengäste angekündigt. Doch das hält sie für unzureichend. Sie erinnert an 21 Hotelzimmer im alten „Andechser Hof“, die im Jahr 2000 renoviert worden seien, und wundert sich über die Haltung der Gemeinderäte, die dieses Thema „überhaupt nicht gesehen“ hätten, als sie im Bauausschuss über den Entwurf diskutiert haben. Am Montag nächster Woche wird der „Andechser Hof“ beim Tutzinger Förderverein für Tourismus Thema einer Vorstandssitzung sein. Bereits am heutigen Dienstag liegt der Bebauungsplan für das betreffende Gebiet dem Gemeinderat zur Beratung vor (19 Uhr, Rathaus).

Für eine Stärkung des Tourismus gibt es in Tutzing Ansätze von verschiedenen Seiten. So bewirbt sich die Gemeinde um das Prädikat „Erholungsort“. Auftrieb für den Tourismus erwarten viele auch durch Änderungen der Schifffahrtsrouten, die Tutzing zu einem neuen Knotenpunkt mit verlängertem Dampfersteg machen sollen. „Wir müssen infrastrukturell etwas tun“, folgert Tourismusreferent Dr. Toni Aigner (Freie Wähler). Beispielhaft nennt er Busparkplätze, von denen aus der Dampfersteg fußläufig erreichbar sein müsse. Zum Thema Tourismus passt auch ein Vorschlag von Ortsplanungsreferent Wolfgang Marchner, die Gemeinde in „Tutzing am See“ umzubenennen.

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Auf dem Weg zu mehr Hotelkapazitäten sieht Aiger aber bereits positive Signale. So freut er sich über die klare Festlegung der Gemeinde auf eine Hotelnutzung des Seehof-Grundstücks. Vorteile für Tutzing wird nach seiner Überzeugung auch das in Bau befindliche neue Aparthotel „Simson“ im Bahnhofsquartier, auf dem früheren Roche-Gelände, bringen.

Angesichts vieler Diskussionen über die Rentabilitätsfrage eines Hotels hält die Tourismusvereins-Vorsitzende Kristina Danschacher den Bernrieder Seeblick für einen Beleg dafür, wie gut auch ein größerer Betrieb funktionieren könne. Seminare im Winterhalbjahr sorgten dort für Auslastung auch in der kalten Jahreszeit – und das Haus stehe so ganzjährig zur Verfügung. Davon profitieren nicht zuletzt viele Gäste, die sich eigentlich für Tutzing interessieren.

Lorenz Goslich

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