Warten nur darauf, dass sie wieder spielen dürfen: Seit Oktober hat sich die Lüßbacher Blasmusik nicht mehr gesehen, von Auftritten oder Proben ganz zu schweigen. Dennoch suchen die Musiker Nachwuchs – und den gibt es auch.
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Warten nur darauf, dass sie wieder spielen dürfen: Seit Oktober hat sich die Lüßbacher Blasmusik nicht mehr gesehen, von Auftritten oder Proben ganz zu schweigen. Dennoch suchen die Musiker Nachwuchs – und den gibt es auch.

„Wir freuen uns über jeden“

Andreas Mörtl, Dirigent der Lüßbacher Blasmusik, sucht neue Mitspieler

  • vonSandra Sedlmaier
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Bachhausen – Blasmusik spielen gehört zu den vielen Dingen, die in der Corona-Pandemie wegen des Infektionsschutzes seit Monaten verboten sind. Die Lüßbacher Blasmusik beweist dabei Mut und sucht trotz der Zwangspause nach Nachwuchs. Warum und wie man seine Musiker im Lockdown bei der Stange hält, erzählt der Dirigent der Lüßbacher Blaskapelle, Andreas Mörtl (24) aus Höhenrain.

Sie suchen aktiv nach neuen Musikern. Das ist ganz schön mutig mitten in der Pandemie, wenn man gar nicht spielen darf.

Speziell in diesen Zeiten gibt es bestimmt viele, die nach einem neuen Hobby oder einer neuen Motivation beim Musizieren suchen. Es haben sich auch schon ein paar gemeldet. Corona höhlt zwar alles aus, aber in der Gemeinde Berg gibt es mit Sicherheit ein Potenzial an Blasmusikern und an Menschen, die gerne ein Blasinstrument lernen wollen.

An welche Instrumente denken Sie dabei?

An die klassischen: Klarinette, Saxofon, Querflöte, Tenorhorn, Flügelhorn, Trompete, Tuba, Posaune und Waldhorn. Auch wer Schlagzeug spielt oder spielen möchte, kann sich bei uns melden.

Wen hätten Sie am liebsten?

Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, wir freuen uns über jeden, der zu uns kommen will. Wir wollen im Jugendbereich etwas aufbauen. Schön wäre es, wenn sich ein ganzer Schwung melden würde. Als ich mit zwölf zur Blaskapelle kam, waren wir sieben, acht Musiker aus der Bläserklasse des Kempfenhauser Gymnasiums. So etwas wäre auch schön, weil dann wieder alle Altersstufen bei uns vertreten wären. Wenn aber jemand mit 50 ein Instrument lernen will, ist er auch willkommen.

Gibt es Leihinstrumente für die Neuen?

Nein, im Moment haben wir leider keine Instrumente, die wir verleihen können. Sollte hier allerdings Bedarf bestehen, werden wir das auch lösen und werden für die Anfangszeit Instrumente zur Verfügung stellen.

Wie schaut das Vereinsleben bei Ihnen derzeit aus?

Momentan geht gar nichts. Letztes Jahr hatten wir nach dem ersten Lockdown ein paar Proben mit ausreichend Abstand und in kleinerem Kreis. Das haben wir in wechselnder Besetzung auch ausgenutzt. Aber seit Oktober haben wir uns gar nicht mehr gesehen.

Was ist mit Online- Treffen?

Das machen wir ab und zu, aber vor allem, um in Kontakt zu bleiben. Da geht es mehr um das Zusammensitzen und miteinander reden. Gemeinsam Musik machen geht nicht übers Internet, allein schon wegen der Verzögerungen bei der Übertragung.

Also bleibt nur, alleine daheim zu üben?

Im Moment ja. Auf Dauer, ohne zu wissen, wann es wieder losgeht, ist das aber auch nicht immer so leicht. Wir haben zwar unser Jahresprogramm, da hat jeder die Noten und kann üben. Wenn wir wieder dürfen, dann legen wir gleich los. Natürlich unter Einhaltung der Corona- Regeln.

Ihr eigenes Jubiläum 40 Jahre Lüßbacher Blasmusik ist der Pandemie im vergangenen Jahr zum Opfer gefallen.

Wir wollten am Freitag, 20. März, ein Jubiläumskonzert geben und haben es dann ein paar Tage vorher abgesagt. Eine Woche später kam der Lockdown. Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung, aber schade war es trotzdem.

Keine Übungsabende, keine Konzerte – wie können Sie sich und Ihre Kollegen im Moment überhaupt motivieren?

Das ist eine gute Frage. Indem wir den Kontakt halten und uns klar machen, wie sehr wir die Musik vermissen, das gemeinsame Proben und das Beisammensein. Hoffen wir, dass der Lockdown bald ein Ende hat.

Zusatzinfo

Die Lüßbacher Blasmusik gibt es seit 1980. Derzeit hat sie 35 Mitglieder. Sitz der Kapelle ist in Bachhausen, geprobt wird normalerweise jeden Mittwoch im „Müller’s auf der Lüften“ in Farchach. Wer Interesse hat mitzuspielen, meldet sich bei Dirigent Andreas Mörtl unter 0173 / 8 40 20 39.

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