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Nachlass

Witwe vererbt Verein 10 Millionen Euro

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Tutzing - Theresia Petsch aus Tutzing hat der Ambulanten Krankenpflege ihr Vermögen vererbt. Das ist beträchtlich. 

Es klingt wie im Märchen: Reiche Witwe vermacht ihr Hab und Gut dem Verein, der sie bis an ihr Lebensende betreut hat. Theresia Petsch, die seit den 1960er-Jahren in Tutzing lebte, starb im Mai vergangenen Jahres im gesegneten Alter von 99 Jahren. Kinder hatte sie keine, ihr Mann war bereits in den 1980ern verstorben. Bis zuletzt wohnte sie in ihrem eigenen Haus, betreut von der Ambulanten Krankenpflege. „Sie war eine liebenswerte Persönlichkeit, die sehr zurückhaltend gelebt hat“, sagt Krankenpflege-Geschäftsführer Armin Heil.

Ihr Name wird den Tutzingern geläufig bleiben: Theresia Petsch hat der Ambulanten Krankenpflege Tutzing ihr Vermögen vererbt. „10 Millionen Euro in bar und Wertpapieren und ihr Grundstück, 3000 Quadratmeter, in Tutzing“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Thomas von Mitschke-Collande. Das Ganze steuerfrei. „Das erste Mal, dass wir als Alleinerbe eingesetzt sind.“ Der Verein Ambulante Krankenpflege will das Vermögen in eine Stiftung, die Theresia-Petsch-Stiftung überführen. Die Mitgliederversammlung hat am Samstag ihr Einverständnis gegeben.

Der Verein hat das Millionenerbe unter der Auflage erhalten, alte Menschen zu unterstützen und ihnen bei Pflegebedürftigkeit zu helfen. „Das ist eine Riesenverantwortung“, sagt Tutzings Kirchenpfleger Alfons Mühleck, der gerade den Bau des Quinthauses mit Tagespflege der Ambulanten Krankenpflege und acht Wohnungen an der Traubinger Straße betreut hat.

Das erste Projekt, das aus dem Erbe finanziert wird, soll ein Betreutes Wohnen mit sozialen Komponenten für Tutzinger sein. Im Herbst will der Verein das Vorhaben angehen. „Beim Betreuten Wohnen in der Bräuhausstraße sehen 200 Namen auf der Warteliste“, erklärt von Mitschke-Collande. Bei der Gründung der Theresia-Petsch-Stiftung hat Geschäftsführer Heil die Starnberger Ilse-Kubaschewski-Stiftung vor Augen, die Senioren in Starnberg unterstützt.

Die Ambulante Krankenpflege ist in Tutzing fest verwurzelt und hat einen ausgezeichneten Ruf. Der Verein hat 1118 Mitglieder, „jeder dritte Haushalt in Tutzing“, stellt von Mitschke-Collande fest. Das Geld aus Mitgliedsbeiträgen und Freundeskreis (je 40 000 Euro im Jahr) und aus Spenden (120 000 Euro) verbessert die Qualität der Pflege. „Damit kann der Verein sein operatives Minus ausgleichen“, sagt von Mitschke-Collande. „Von 60 Minuten werden acht Minuten davon bezahlt. Dann ist auch Zeit für ein Schwätzchen.“ Die Menschen fühlten sich besser aufgehoben. So wie Theresia Petsch.

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