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Seit 20 Jahren für den Starnberger Merkur unterwegs: Elisabeth Hälterlein an ihrem Depot in Traubing. 

Beruf und Kinder vereinbaren

Zeitungen austragen: Mit diesem Job lassen sich Termine leicht jonglieren

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Elisabeth Hälterlein aus Traubing ist Zeitungsausträgerin und ein echtes Organisationstalent. Früher meisterte die 49-Jährige Kindererziehung und Beruf, seit die Töchter groß sind hat sie drei Jobs gleichzeitig. Möglich macht dies auch die Flexibilität des Zustellerjobs, sagt Hälterlein.

Traubing – Tagsüber für die Kinder da sein und trotzdem im Berufsleben stehen – diesen Spagat meisterte Elisabeth Hälterlein (49) aus Traubing, indem sie vor 20 Jahren anfing, als Zustellerin den Starnberger Merkur an Haushalte im Landkreis zu verteilen. „Zuerst hatte ich nur eine Tour in Pöcking“, erzählt Hälterlein heute. „Ich bin um 4 Uhr aufgestanden, habe die Runde gemacht und danach die Kinder in die Schule und den Kindergarten gebracht.“ Während ihre Töchter Anna Maria, Josefine und Lucia, mittlerweile 26, 23 und 14 Jahre alt, den Vormittag über gut versorgt waren, holte Hälterlein Schlaf nach.

„Ich konnte vormittags immer besser schlafen als nachts“, sagt die 49-Jährige. „Da hatte ich meine Ruhe und wusste, es kümmert sich jemand um die Kinder.“ Wenn ihre Töchter am frühen Nachmittag nach Hause gekommen sind, war Hälterlein schon wieder eine Zeit lang auf den Beinen und für ihre Kinder verfügbar. „Die Arbeit ist wirklich super für alle, die kleine Kinder haben“, findet die Zustellerin. „Ich war auch immer sofort greifbar, wenn mit ihnen in der Schule etwas war.“ Seit die Töchter dem Kleinkindalter entwachsen sind, jongliert ihre Mutter drei Jobs gleichzeitig.

Hälterlein weiß Flexibilität des Zustellerjobs zu schätzen

„Alles eine Sache der Einteilung“, sagt Hälterlein. Sie weiß die Flexibilität des Zustellerjobs zu schätzen. „Man kann viel ausprobieren, solange man zuverlässig ist“, erzählt Hälterlein. Der Zeitungsverlag sei zum Beispiel in Bezug auf Teilzeitmodelle sehr kooperativ.

So arbeitet die 49-Jährige mittlerweile neben dem Zeitungenaustragen in Teilzeit bei einer Tankstelle und regelmäßig an Wochenenden und Feiertagen in der Küche der Klinik Höhenried. „Das hat sich so eins nach dem anderen ergeben, als die Kinder größer wurden“, erklärt Hälterlein. Ihre Fahrten konnte die 49-Jährige relativ flexibel einteilen. „Eine Zeit lang hatte ich die Pöckinger Tour, zwei Touren in Traubing, Urlaubs- und Krankheitsvertretungen“, erzählt sie.

Seit zwölf Jahren liefert Hälterlein auf ihrer Stammroute, einer Überlandtour, die Zeitungen aus. Die relativ lange Fahrtstrecke dieser Tour, insgesamt 20 Kilometer, genießt sie. „Ich fahre gegen 5 Uhr los, so komme ich nicht in den Berufsverkehr“, erzählt die 49-Jährige. „Während dem Autofahren denke ich viel nach und genieße die Ruhe.“ Außerdem beobachte sie im Frühjahr gern, wie es jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ein bisschen heller sei. Aber auch die Nebelschwaden im Herbst gefallen ihr. „Man nimmt die Natur richtig wahr, solange man nicht nur starr vor sich hinfährt.“

Den ganzen Tag zur freien Verfügung

An eine Sache musste sich Hälterlein allerdings gewöhnen: „Mir ist es am Anfang schwer gefallen, nicht schon morgens um 6 Uhr jemanden anzurufen, um Termine auszumachen“, sagt die Zustellerin und lacht. „Ich musste mich erst wieder darauf einstellen, dass die normalen Angestellten vor 8 Uhr nicht erreichbar sind.“ Statt direkt zum Telefon zu greifen, trinkt die 49-Jährige deshalb erst einmal gemütlich einen Kaffee und hält ihren Vormittagsschlaf. „Danach habe ich den ganzen Tag zur freien Verfügung und muss mir nirgendwo freinehmen, um Dinge zu erledigen“, freut sich Hälterlein. „So kann ich super meine Termine jonglieren.“

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