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Zukunft der Hans-Albers-Villa: Tutzing hält sich raus

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Die Albers-Villa in Garatshausen soll von der Technischen Universität München genutzt werden. Dagegen wehren sich zwei Tutzingerinnen.
Die Albers-Villa in Garatshausen soll von der Technischen Universität München genutzt werden. Dagegen wehren sich zwei Tutzingerinnen. © Dagmar Rutt

Die Zukunft der Hans-Albers-Villa in Garatshausen ist Feldafings Sache: So sieht es in Tutzing nicht nur Bürgermeisterin Marlene Greinwald.

Tutzing – Mäßige Unterstützung gab es im Tutzinger Gemeinderat für die Petition zur Öffnung der Garatshausener Albers-Villa, wie der Starnberger Merkur auf Nachfrage erfuhr. SPD-Gemeinderätin Stefanie Knittl setzte sich für eine Stellungnahme des Gremiums zugunsten von deren Öffnung für die Allgemeinheit ein.

Gemeinsam mit der Tutzingerin Lucie Vorlickova, mit der Knittl die Petition beim Landtag eingereicht hat, hatte sie sich zuvor in einem offenen Brief an politisch Verantwortliche des Landkreises Starnberg gewandt, darunter Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Sie kritisierten die von der Staatsregierung geplante Übertragung des Areals auf die Technische Universität München (TUM). Ausdrücklich verwiesen sie auf eine Erklärung des früheren bayerischen Finanzministers Ludwig Huber von 1975, nach der das Seegrundstück „der Allgemeinheit für Erholungszwecke überlassen“ werden solle. Stattdessen habe das Kunstministerium 2021 Staatsbedarf angemeldet.

Einige Mitglieder des Tutzinger Gemeinderats unterstützten das Anliegen der Petition. Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) sah Parallelen zu der von der Gemeinde demonstrierten Verbundenheit mit der vom Ökumenischen Unterstützerkreis initiierten Aktion „Tutzing hilft im Mittelmeer“. Bürgermeisterin Marlene Greinwald und mehrere andere argumentierten dagegen. Es handele sich um eine Angelegenheit der Gemeinde Feldafing, nicht der Gemeinde Tutzing.

Petition-Initiatorinnen schieben Stellungnahme nach

Die Initiatorinnen der Petition haben dazu eine Stellungnahme nachgeschoben. Darin werfen sie dem Freistaat Steuerhinterziehung vor, weil er die Grunderwerbsteuer nicht gezahlt habe – „durch vorsätzliche Angabe eines falschen Verwendungszwecks“, nämlich der geplanten Nutzung des Albers-Anwesens für die öffentliche Erholung. Der Staatsbedarf und das vorgelegte Konzept der TUM seien unrechtmäßig und in Hinblick auf Haushaltsgrundsätze völlig unangemessen.

Sie führen mehrere Gründe dafür an, warum sich die Tutzinger Kommunalpolitik zu diesem Thema äußern sollte. So sei der „Vertragsbruch“ 1975 in Tutzing geschehen; die Gemeinde Tutzing habe im Kaufvertrag sogar ein Begehungsrecht auf dem Albers-Anwesen verankert. Und das Seegrundstück liege im natürlichen Lebensraum der Tutzinger – der „nicht an einem Ortsschild“ ende.

Lorenz Goslich

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