Offensichtlich nicht gesund: Einer der Bäume, die gestern am Schluchtweg in Tutzing gefällt wurden, ist von innen zerfressen. Foto: Lorenz Goslich

Streitpunkt am Schluchtweg

Zwei Bäume gefällt - damit die Kino-Besucher in Tutzing sicher sind

Am Tutzinger Schluchtweg wurden zwei Bäume gefällt. Spaziergänger regen sich deshalb auf, der Kino-Eigentümer lobt die Gemeinde. Aus gutem Grund.

Tutzing – Neben dem Schluchtweg hat die Gemeinde Tutzing am Dienstag wieder zwei Bäume gefällt. Bei einigen der Passanten, die vorbeigingen, kam das gar nicht gut an. Manche von ihnen schimpften und protestierten sehr deutlich, dass schon wieder Bäume beseitigt würden. Dabei geht es unter anderem um die Sicherheit der Kinobesucher.

Kritik hagelte es auch, als vor etwa zwei Jahren etwas weiter oberhalb am Schluchtweg aus Sicherheitsgründen Bäume gefällt worden waren. Damals machte das Wort „Baummörder“ die Runde. Der Eigentümer des direkt daneben befindlichen Kinogebäudes, Robert Harthauser, sieht das ganz anders. Er hat die Gemeinde gestern ausdrücklich für ihre Maßnahmen gelobt. Die betreffenden Bäume seien innen verfault, wie man nach ihrer Fällung gut erkennen könne. Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald kam zusammen mit der in der Gemeindeverwaltung für Umweltschutz zuständigen Imme-Susanne Thüring dazu, um sich an Ort und Stelle zu informieren.

Harthauser blickte unterdessen mit Bedenken zu den Bäumen auf einem privaten Nachbargrundstück, auf der anderen Seite des Schluchtwegs und des Martelsgrabens. Denn im Dezember hat ein Sturm dort eine Baumkrone abgerissen und sie aufs Kino geschleudert. Das passierte an einem Morgen, als kein Film lief. Im Haus befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwar Menschen, doch es wurde niemand verletzt. Am Gebäude entstand aber erheblicher Schaden, weil sich ein dicker Baumstamm tief hinein bohrte (wir berichteten). Den Kinosaal verfehlte er um Haaresbreite. Im vorderen Teil des Gebäudes befindet sich das Restaurant „Filmtaverne“.

Es gibt nach wie vor Risiken

Kurz nach dem Baumsturz im Dezember hat die Gemeinde auf ihrem Grund bereits weitere Bäume gefällt. Doch Harthauser sieht nach wie vor Risiken. Im Bereich der Bäume auf dem Nachbargrundstück sei zwar dieser Tage ausgeholzt worden, sagte er. Doch die Gefahren sind nach seiner Überzeugung nicht gebannt. Er verweist auch auf Angriffsflächen durch Windschneisen. Der öffentliche Schluchtweg verläuft mittendrin: zwischen den Bäumen und dem Kino sowie weiter den Hang hinauf zur Bahnhofstraße am Martelsgraben entlang.

Harthauser fürchtet, dass wieder ein Baum umstürzen und Menschen gefährden könnte – auf dem Weg oder im Kino, wenn es gerade voller Menschen ist. Nach seiner Kenntnis hat sich die Gemeinde mit den Eigentümern des Nachbargrundstücks wegen deren Verkehrssicherungspflicht in Verbindung gesetzt und sie zu Überprüfungen, so in Hinblick auf Standfestigkeit und Pilzbefall, aufgefordert. Die Kosten für die Reparatur der im Dezember am Kinogebäude entstandenen Schäden belaufen sich nach Harthausers Angaben bisher auf 93 000 Euro. Die Schreinerarbeiten seien darin noch nicht enthalten.

Lorenz Goslich

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