Dr. Stephan Wanner

Wanner regiert aus dem Krankenbett

Tutzing - Er ist krank und erholt sich von einer Hüftoperation. Dennoch soll Tutzings Erster Bürgermeister kräftig im Tagesgeschäft mitmischen. Dr. Stephan Wanner sieht sich im Recht.

Seit mehreren Wochen befindet sich der Tutzinger Bürgermeister Dr. Stephan Wanner im Krankenstand. Aktiv ist er trotzdem. „Ich kann es mir nicht leisten, dass ich fünf, sechs Wochen auf Tauchstation gehe“, sagt er. Aber damit hat er für Diskussionen gesorgt. Er empfing viel Besuch - von Gemeinderäten, seinen Amtskollegen Bernhard Sontheim aus Feldafing und Rupert Monn aus Berg, der Sprecher der Landkreis-Bürgermeister ist, aber auch von etlichen Mitarbeitern aus dem Rathaus.

Manch einem gehen diese Aktivitäten des Rathauschefs aus dem Krankenzimmer heraus offenkundig zu weit. Dritter Bürgermeister Gernot Abendt (SPD) verwies auf die Rechtslage: „In dem Moment, in dem ein Bürgermeister erkrankt ist, gehen alle Kompetenzen auf seinen Stellvertreter über - der Bürgermeister hat dann keinerlei Weisungsbefugnis mehr.“ Das sei schon deshalb wichtig, weil der stellvertretende Bürgermeister damit auch die volle Verantwortung zu tragen habe: „Und Verantwortung ist bekanntlich nicht teilbar.“

Ihm sei aber bekannt, fügte Abendt hinzu, „dass Dr. Wanner vom Krankenbett aus aktiv Zugriff auf die Mitarbeiter genommen“ und dass er sie „an sein Krankenbett zitiert“ habe: „Ich halte das für nicht in Ordnung.“ Die Rechtslage sie ihm nicht neu, sagte Wanner dazu. Er habe sich an geltendes Recht gehalten. Es sei rechtlich zulässig, dass der Erste Bürgermeister seine Verhinderung unterbreche, um „bestimmte Entscheidungen zu treffen“. Bei den Gesprächen mit Rathaus-Mitarbeitern habe es sich um Informationsgespräche gehandelt - und zwar über solche Verfahren, die während seiner Abwesenheit nicht abgeschlossen werden könnten: „Ich habe mich über die maßgeblichen Entwicklungen informieren lassen - das darf ich.“

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