Die Fischerhochzeit findet nur alle fünf Jahre statt. 2017 ist es – mit einem Jahr Verspätung – wieder soweit.

So wird das Jahr 2017

Tutzing startet ins Jubeljahr

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Tutzing - Eines ist es ganz bestimmt nicht in Tutzing: Langweilig. 2016 war jede Menge los, 2017 wird höchstwahrscheinlich noch viel turbulenter. Schließlich stehen mit Fischerhochzeit und 1275-Jahr-Feier gleich zwei Großereignisse ins Haus.

„Alles in allem war 2016 ein positives Jahr“, sagt Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug und sieht zufrieden aus. Insbesondere die Ziele baulicher Art habe die Gemeinde erreichen können. So hatte man sich kurzfristig entschlossen, den Waldorf- und den BRK-Kindergarten umfassend zu sanieren und auszubauen, um in den Genuss der Krippenförderung zu kommen. Insgesamt 2,4 Millionen Euro wurden dafür aufgewendet, so Krug.

In den großen Ferien wurde zudem der 1. Bauabschnitt der Sanierung der Mittelschule angegangen – die Toilettenanlagen wurden neu konzipiert und gebaut. Parallel dazu wurden die Wege am See repariert und der Kinderspielplatz erneuert. Das wurde im Sommer mit dem ersten Weinfest gefeiert – „ein Riesenerfolg“, freut sich Krug.

Besonders stolz ist er allerdings darauf, dass sich die Tutzinger im zu Ende gehenden Jahr als Mitglieder „einer offenen Gemeinde“ präsentiert haben. Insbesondere durch die Unterstützung des extrem engagierten Helferkreises sei es gelungen, die mehr als 200 Flüchtlinge zu integrieren. Mittlerweile stehen die Zelte leer, sind nur noch rund 100 Asylsuchende in Tutzing untergebracht – rund 40 in den Containern neben dem Kindergarten, der Rest dezentral in kleinen Wohneinheiten im Ort. Ein gutes Jahr also. Aber 2017 soll noch besser werden.

1275-Jahr-Feier und Fischerhochzeit

Zunächst einmal wird im kommenden Jahr die traditionelle Fischerhochzeit gefeiert. Diese hätte turnusgemäß eigentlich heuer stattfinden sollen, sagt Krug. Aber mit Blick darauf, dass 2017 auch noch das große Gemeindejubiläum ansteht, habe man sich entschlossen, beides zusammen zu begehen. Bereits im Januar ist die Auftaktveranstaltung geplant, eine ganze Reihe von Veranstaltungen soll sich durch das Jahr ziehen und darauf hinweisen, dass Tutzing zwar vital und dynamisch, aber dennoch bereits 1275 Jahre alt ist. Dazu gesellen sich zwei weitere wichtige Jubiläen: Sowohl die Evangelische Akademie als auch die Akademie für Politische Bildung begehen 2017 rund Geburtstage.

Einer der absoluten Höhepunkte wird aber garantiert die Fischerhochzeit in der ersten Juliwoche werden, verspricht Bürgermeister Krug. Eine neue, professionelle Spielleitung verfolge einen neuen Ansatz. Gab es früher bei der Fischerhochzeit viele Veranstaltungen im kleinen Kreis, soll bei der Neuauflage alles öffentlicher werden, die Tutzinger mehr mitnehmen.

Extra dafür wird ein Festzelt für etwa 1000 Gäste vor dem Rathaus aufgebaut, in das die Ereignisse übertragen werden sollen. Dazu haben sich im Rahmen des Gemeindejubiläums bereits die Bayern-1-Showband, die Bananafishbones und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angesagt. FDP-Chef Christian Lindner will vorbeischauen, die Grünen ein politisches Kabarett veranstalten.

Erstmals soll auch eine lange Tafel direkt am See aufgebaut werden, an der die Tutzinger und ihre Gäste gemeinsam speisen wollen. „Und Lutherjahr ist auch noch“, sagt Krug. Keine Frage: Tutzing feiert 2017 kräftig.

Hauptstraße

Bei allem Trubel wird im Rathaus weiter kräftig geplant. Die Mammutbaustelle Hauptstraßen-Ausbau, die 2018 starten soll, muss vorbereitet werden. Der Parkplatz, das notwendig wird, damit auch während der eigentlichen Bauarbeiten die Geschäfte erreichbar bleiben und die Anwohner ihre Autos abstellen können, muss geplant werden. „Mit dem Ausbau soll der gesamte Ortskern massiv verschönert werden“, gibt Krug das Ziel vor. Neues Pflaster, weniger Parkplätze, mehr Aufenthaltsqualität – das sind die groben Vorgaben, die 2017 planerisch umgesetzt werden sollen. Die Bürger haben dabei natürlich auch mehr als ein Wörtchen mitzureden: Bei einem Bürgerforum im März sollen Ideen gesammelt werden.

Gewerbe

Die Gemeinde wird den Bebauungsplan für das neu ausgewiesene Gewerbegebiet in Traubing weiter vorantreiben, um möglichst bald Betriebe ansiedeln zu können.

Wohnen

Im kommenden Jahr soll, wenn alles klappt, mit dem Bau von 60 neuen, bezahlbaren Wohnungen am Kallerbach begonnen werden. Verantwortlich ist der Verband Wohnen. „Dabei entstehen mehr kleinere als große Wohnungen, schließlich sind 42 Prozent der Tutzinger Singles“, so Krug. Es gehe nicht darum, durch die Neubauten Zuzug zu generieren, „sondern darum, engagierte Leute am Ort zu halten.“ Die magische Grenze von 10 000 Einwohnern sei ihm egal, so der Bürgermeister. Man brauche junge Leute in den Vereinen und der Feuerwehr.

Deswegen wird auch das Thema „Einheimischenmodell“ weiter verfolgt. „Der Bedarf ist groß“, so Krug. Doch sei es höchst mühsam, geeignete Grundstücke zu kaufen. „Die Gemeinde selbst hat nichts mehr – und 1000 Euro pro Quadratmeter können und wollen wir nicht bezahlen“, stellt er klar. Daher werde man in die Außenbereiche gehen müssen – mit all den damit verbundenen Problemen wie Landschaftsschutzgebieten und Verkehrserschließung. Er befinde sich derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Grundstückseigentümern, sagt Krug und verspricht: „Binnen der nächsten zwei Jahre wird was ausgewiesen.“

Andechser Hof

Noch viel schneller soll neues Leben in den leerstehenden „Andechser Hof“ einziehen. „Wir hoffen, dass es im Frühjahr losgehen kann“, sagt der Bürgermeister. Gemeinsam mit Investor, Kloster Andechs und Behörden sei man intensiv beschäftigt, alle nötigen Genehmigungen einzuholen. Denn: „Wir würden den Saal natürlich gern im Sommer für unsere Fischerhochzeit nutzen.“ Ein weiterer Grund zum Feiern.

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