Furchtlos: Quirin Fürbeck stürzt sich bei seinen Fahrten mitunter senkrecht die steilsten Abhänge hinab. foto: fkn

Ski-Freeride

Waghalsige Sprünge in die internationale Elite

Tutzing - Der 16-jährige Tutzinger Quirin Fürbeck war bei einem international besetzten Jugendwettkampf im Ski-Freeride bester Deutscher.

Für unbefangene Beobachter schaut es so aus, als stürzten sie sich mit ihren Skiern mehr oder weniger senkrecht steile, felsige Abhänge hinunter. Am Wochenende haben die besten Geländeskifahrer der Welt in Tirol ihr Können demonstriert - und ein Teilnehmer aus dem Landkreis Starnberg hat für Aufsehen gesorgt: Bei einem Wettkampf der internationalen Ski-Freeride-Serie „Freeride Juniors Tour“ in Fieberbrunn (Tirol) kam der 16-jährige Tutzinger Quirin Fürbeck als insgesamt 16. ins Ziel, war damit aber bester Deutscher.

Eine neue Generation von Freeridern etabliert sich gerade. Sie bauen viel mehr Artistik ein als die älteren, „klassischen“ Freerider. In der Fachwelt werden sie als die vielseitigsten Skiathleten gelobt. Angst scheinen sie auf ihren Abfahrten nicht zu kennen, bei denen sie springen, sich drehen, Saltos und andere waghalsige „Freestyle“- Kunststücke einbauen.

Die Freeride Junior Tour ist die „Jugendvariante“ der Freeride World Tour für 14- bis 17-Jährige. Für Quirin Fürbeck war es die zweite Teilnahme an einem solchen Wettbewerb. Beim etwas weniger hoch bewerteten Tour-Stopp in Oberstdorf im Januar hatte er den fünften Platz belegt. Gewonnen hat der Schweizer Raphael Huber. Angeführt wird die Gesamtwertung zurzeit von einem der glänzenden Neuseeländer, die den Freeride-Sport zusammen mit den Franzosen und den Schweizern dominieren.

Am Start waren in Fieberbrunn die 60 besten jungen Freerider aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien, Neuseeland, Schweden, Andorra, Rumänien und Finnland. In dieser internationalen Konkurrenz ist Quirin aber aufgefallen: Sein Lauf wurde als ausgesprochen spektakulär bezeichnet, weil er kurz nacheinander mehrere Sprünge vollzog und sie auch noch stand - im Gegensatz zu etlichen anderen Teilnehmern.

Quirins Fahrt ist im Internet zu sehen (https://vimeo.com/quirinfuerbeck). Sein Vater Michael Fürbeck hat sie von der Leinwand abgefilmt. Er gibt sich überzeugt, „dass der Quirin genau weiß, was er tut“. Er bereite sich optimal vor, vom Krafttraining bis zu Lawinenkursen, und gehe kein übermäßiges Risiko ein.

Die skibegeisterte Familie spielt eine wichtige Rolle. Quirins Tutzinger Oma war schon in den 1960er Jahren auf Tiefschneehängen unterwegs. Auch sein kleiner Bruder Silvan kann es kaum erwarten, bei der Junior Tour mitzufahren. Er ist aber gerade erst 14 Jahre alt geworden und kann sich erst in der nächsten Saison dafür anmelden. Quirins nächster Freeride-Wettbewerb findet in den Osterferien in der Axamer Lizum statt. Vielleicht - wer weiß - nimmt er auch mal an einer Weltmeisterschaft teil. Olympisch ist Freeride nicht.

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