+
Die leere Zeltstadt in Tutzing

Asylunterkünfte

Zelte werden im Januar abgebaut und gehen nach Dachau

  • schließen

Landkreis – Die Tage der Zeltstädte in Pöcking und Tutzing sind gezählt. Teilweise schon seit Monaten leer gezogen, tat sich der Landkreis sehr schwer, Abnehmer für die rund 900 000 Euro teuren Anlagen zu finden (wir berichteten mehrfach).

Nun ist klar: Der Landkreis Dachau übernimmt die Zelte. Ein entsprechender Beschluss wurde im Dachauer Kreisausschuss getroffen. Die Zelte waren Ende des vergangenen Jahres aufgestellt worden, als Woche für Woche Hunderte Flüchtlinge in den Landkreis kamen. Dadurch konnte verhindert werden, dass wie in anderen Regionen zahlreiche Turnhallen für die Unterbringung genutzt werden mussten.

Mittlerweile sind in zahlreichen Gemeinden des Landkreises allerdings neue Containerdörfer entstanden, die Zeltdörfer in Berg und Tutzing sind leergezogen, der Umzug der Pöckinger Asylsuchenden steht unmittelbar bevor. Deswegen begannen schon vor Monaten die Überlegungen, was mit den Zeltstädten passieren soll. Bezahlt hatte sie die Regierung von Oberbayern, die allerdings auch keine Verwendung dafür hatte. Deswegen beauftragte sie das Landratsamt, Gespräche mit Hilfsorganisationen wie dem BRK zu führen, ob diese nicht Bedarf an den Notunterkünften haben. Die Gespräche allerdings gestalteten sich schwierig. Denn nicht nur der Abbau der riesigen, wintertauglichen Zelte, sondern insbesondere deren Lagerung hätten die Hilfsorganisationen vor große Probleme gestellt. Deswegen hätten diese schlussendlich abgesagt, so eine Sprecherin des Landratsamtes in Starnberg.

Die betroffenen Gemeinden allerdings drängen darauf, dass die Zelte wegkommen. In Pöcking soll an diesem Standort ab dem kommenden Jahr das Haus der Bürger und Vereine errichtet werden, in Tutzing ist 2017 die Fischerhochzeit geplant, für die auch die Fläche des Zeltlagers benötigt wird.

Daher kommt der Beschluss des Landkreises Dachau, die Zeltanlagen zu übernehmen, den Starnbergern sehr gelegen.

Die Dachauer hatten ohnehin vor, im kommenden Jahr zehn Schnellbauunterkünfte für ihre Feuerwehren anzuschaffen. Statt dessen übernehmen sie jetzt die beiden Zeltanlagen aus Pöcking und Tutzing komplett inklusive Heizungen, Tanks, Küchen- und Sanitärcontainern. Der Transport kostet die Dachauer rund 75 000 Euro, die Zelte samt Zubehör gibt es gratis. Im Januar sollen die Anlagen demontiert werden.

In Berg denkt man derweil darüber nach, dass die Gemeinde zumindest einen Teil der Berger Zelte als Gemeinde zu übernehmen: „Die Gemeinde könnte ein bis zwei Zelte brauchen – für Veranstaltungen oder für Notfälle, etwa wenn jemand nach einem Brand obdachlos ist“, sagt Bergs Rathauschef Rupert Monn. „Wir hoffen, dass das Landratsamt zeitnah Abnehmer findet.“ Anders als in Pöcking und Tutzing handelt es sich bei der Zeltstadt in Berg um 15 Einzelzelte. edl/set

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unfall legt Berufsverkehr auf der B2 lahm
Traubing - Geduldsprobe für alle Pendler auf der B2 am Montagmorgen: Ein relativ harmloser Unfall hat dort den Berufsverkehr lahmgelegt.
Unfall legt Berufsverkehr auf der B2 lahm
So schrieben wir Olympia-Geschichte
Tutzing - 1976 hat die Tutzingerin Edith Eckbauer die erste bundesdeutsche Olympia-Medaille im Frauenrudern gewonnen. Mit ihrer Partnerin Thea Einöder, die damals noch …
So schrieben wir Olympia-Geschichte
Handys am Körper, Lärm an der Tür
Tutzing - Eine junge Frau wollte in Tutzing groß einkaufen, ohne zu bezahlen. Die Beute war alarmgesichert, weswegen die Diebin schnell erwischt wurde.
Handys am Körper, Lärm an der Tür
Ein komplettes Herz-Team für Tutzing
Tutzing - Neue Anlaufstelle für Herzpatienten am Westufer des Starnberger Sees: Im Benedictus Krankenhaus Tutzing hat zum Jahreswechsel eine komplett neue …
Ein komplettes Herz-Team für Tutzing

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion