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Zwei Bäume sind das Logo der Firma Mens aperta, mit der der Tutzinger Tobias Hess fair produzierte K leidung aus Bangladesch vertreibt.

Firma Mens Aperta – Offener Geist

Die Welt soll ein besserer Ort werden

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Von einem, der auszog, die Welt zu retten: Tobias Hess aus Tutzing will die Erde zu einem besseren Ort machen. Dafür hat er eine Firma gegründet, deren Name Programm ist: Mens aperta, offener Geist.

Tutzing– Mit einem Lächeln die Welt verbessern: So einfach könnte es gehen. Meint der 29-jährige Tobias Hess aus Tutzing. Sein Ansatz erscheint vielleicht naiv – oder genial. Er versucht, die Welt mit Hilfe seiner Firma Mens aperta zu retten. Dabei geht es vordergründig um fair gehandelte, biologisch hergestellte Kleidungsstücke. Dahinter steckt für Hess viel mehr.

Der Ansatz des Tutzingers ist vergleichsweise einfach: „Je mehr Geld eine Gesellschaft hat, desto schwieriger ist das Miteinander.“ Es gehe stets um den eigenen Vorteil und es gebe viel Neid. „Jede große Gesellschaft ist untergegangen“, warnt er und fordert: „Die Menschheit kann nur vorankommen, wenn man sich gegenseitig hilft. Man ist immer auf andere Leute angewiesen.“ Deshalb hat er Mens aperta gegründet.

So heißt seine Firma, und so heißt die Bewegung, die er initiieren will. „Mens aperta ist lateinisch und bedeutet offener Geist“, sagt Tobias Hess. Dabei sein könne jeder. „Jeder, der meint, dass wir miteinander besser vorankommen. Beziehungsweise überhaupt nur miteinander vorankommen.“ Dazu gehöre, dass man weltoffen sei, bereit sein sollte, etwas abzugeben, dass man niemanden ausgrenze und versuche, Ängste gegenüber Fremdem und Unbekanntem zu überwinden. Und dabei kann eben schon ein Lächeln helfen, um dem Gegenüber klar zu machen: Ich akzeptiere dich. „Es geht nicht darum, dass jeder gleich einen Spaten in die Hand nimmt. Es geht darum, eine kleine Einstellung im Kopf zu ändern.“

Seine Idee des offenen Geistes will Hess auch über Veranstaltungen bekannt machen. „Ich denke an integrative Events, an ein großes Picknick oder ein Sportfest – wo Menschen zusammenkommen.“

Die Kleidung, die Mens aperta vertreibt, ist in diesem Fall ein Hilfsmittel. Zum einen, um Menschen in Bangladesh unter würdigen Bedigungen Arbeit zu verschaffen. Aber auch, um das Mens-aperta-Logo – zwei Bäume, die sich die Hand zu geben scheinen – in die Welt zu tragen. „Wenn ich sehe, dass jemand diese Marke trägt, weiß ich, dass er weltoffen ist“, stellt sich Hess vor.

Außerdem, so versichert der 29-Jährige, wolle er zehn Prozent seines Gewinns für Hilfsaktionen spenden. Konkret für ein Schulprojekt in Madagaskar, einem der zehn ärmsten Länder der Welt. „Wir haben so viel in Deutschland. Wir können etwas abgeben“, ist er überzeugt.

So weit, so ideal – dabei wirkt Tobias Hess keineswegs weltfremd. Er hat wegen einer schlechten Lateinnote das Gymnasium verlassen, nach dem Realschulabschluss eine Kfz-Mechatroniker-Lehre gemacht und danach das Abitur nachgeholt. Sein Wirtschaftsingenieursstudium hat er mit Auszeichnung abgeschlossen. Und während er an seiner Doktorarbeit saß, stellte er fest, dass er etwas anderes machen muss. Dass er einen Beitrag leisten muss, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. „Ich weiß, dass sich das träumerisch anhört, dass ich damit scheitern kann.“ Aber er wolle es wenigstens versuchen.

Für seinen Businessplan konnte er zumindest eine Bank begeistern. Gewinne mache er noch keine, derzeit lebe er von der Großzügigkeit seines Vaters, sagt er. Für die Zukunft möchte Hess den Kleiderhandel ausbauen und eine Plattform in Internet schaffen, wo Lösungsansätze für die großen Probleme der Welt gesucht werden. „Ich will einen Fixstern erschaffen, frei von Religion und Politik.“

Weitere Informationen

über die Firma des Tutzingers Tobias Hess gibt es im Internet auf www.mens-aperta.de

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