Umbaupläne zwischen Starnberg und Unterbrunn

Von der Waldkreuzung zum Waldkreisel

Starnberg - Eine vom Staatlichen Bauamt Weilheim vorgelegte Kreisel-Lösung für die Waldkreuzung kommt den Interessen der Stadt entgegen. Sie wollte stets, dass möglichst viel Verkehr von der Umgehung Ober-/Unterbrunn direkt auf die Westumfahrung geleitet wird. Das geht auch mit einem Kreisel.

Der Königsweg ist rund – so scheint es zumindest beim Umbau der Waldkreuzung. Hatte die Stadt bisher einen Kreisverkehr abgelehnt und einen direkten Anschluss der Umfahrung Ober-/Unterbrunn an die Kreisstraße Richtung Starnberger Westumfahrung gefordert, so ist dies auch mit der neuen Kreisel-Variante möglich. Zumindest teilweise. Der „höhenfreie Lösung“ – gemeint sind Brücke und Abfahrten wie beispielsweise in Pöcking Nord – werden kaum realistische Chancen auf Realisierung eingeräumt.

Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger will die beiden Varianten in zwei Wochen (10. April) dem Bauausschuss des Stadtrates vorlegen. Er selbst wollte sich zu der auf den ersten Blick favorisierten und am Montagnachmittag intern vorgestellten Kreisellösung noch nicht äußern. Sie sieht, wie berichtet, einen einspurigen Kreisel vor und einen Bypass für den Verkehr aus Richtung Gilching in Richtung Westumfahrung. Dieser Bypass ist geplant wie eine eigene Umgehungsstraße und kann mit bis zu 100 km/h befahren werden – und er ist bevorrechtigt. Heißt: Wer von Norden kommend nach Starnberg will, muss abbremsen und abbiegen. Darum geht es der Stadt – sie will den Verkehr von der Hanfelder Straße fernhalten. Wer Richtung Gilching will, muss über den Kreisel – in die Stadt wollen Autofahrer mit dieser Fahrtrichtung nur in Ausnahmefällen.

Wegen des über Erwarten stark gestiegenen Verkehrs auf der Umfahrung Ober-/Unterbrunn hatten sich die bisherigen Varianten überholt; die von der Stadt bislang favorisierte Variante mit einem Direktanschluss der Umfahrung an die Kreisstraße Richtung Westumgehung war gleich gar nicht mehr realisierbar. Berechnungen des Verkehrsplaners Prof. Harald Kurzak im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Weilheim haben für die neuen Varianten reichlich Potenzial ergeben: 20 bis 25 Prozent mehr Verkehr als heute könnte der Kreisel verkraften, die Brückenlösung gleich um ein Vielfaches mehr. Derzeit fahren auf der Staatsstraße nördlich der Waldkreuzung pro Tag rund 14 800 Fahrzeuge – jener Wert, den Berechnungen einst erst für das Jahr 2025 prognostiziert hatten. Der Anstieg wird jedoch alsbald abgebremst. Nach Angaben von Stephanie Kürmeier-Beyl vom Staatlichen Bauamt erwarten die Planer einen Sättigungseffekt beim Verkehr und eine Entlastung, wenn der Luise-Kiesselbach-Platz in München fertiggestellt ist.

Die Trompete mit Brücke und Abbiegerspuren scheint mehr eine Variante der Vollständigkeit halber zu sein. Die kostet nämlich eine Million Euro mehr und braucht mehr als das Doppelte an Fläche: 1,7 Hektar wären es für den Kreisel, rund vier Hektar für die so genannte höhenfreie Variante. Der Kreis-Verkehrsausschuss hatte auf einen möglichst geringen Flächenverbrauch gedrängt.

Für den Umbau wird ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, hatte der Leiter des Bauamtes, Michael Kordon, angekündigt. Das wird nicht nur die Kreuzung umfassen, sondern auch die Kreisstraße STA3 Richtung Mamhofen. Auf rund einem Kilometer soll die Strecke begradigt und ein Stück verlegt werden. Damit kommt man auch den Wünschen der Gutsbesitzer entgegen und beseitigt eine unfallgefährliche Strecke. Das Verfahren soll mit dem für die Kreuzung abgeschlossen werden. 2015 könnte Baubeginn, 2016 oder 2017 Fertigstellung sein. Das wäre dann fast zeitgleich mit der geplanten Freigabe der Starnberger Westumfahrung. (ike)

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