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Wer ist es nun gewesen? Szene aus dem neue n Theaterstück des MGV Gilching.

MGV Gilching

Umjubelte Premiere: Atemlos mit Spatzerl

Die MGV-Theatergruppe in Gilching zauberte am Samstag wieder ein ganz besonderes Stück auf die Bühne.

Gilching– Samstagabend im Gasthof Widmann: Plätze sind Mangelware, als Otto Wildmoser das Theaterstück „Der verflixte Findelbrief“ ankündigt, das er seit November mit der MGV-Theatergruppe einstudiert hat – und die Laiendarsteller halten ihre Gäste mit dem Lustspiel von Marianne Santl drei Akte lang in Atem.

Etwa Fanny alias Uschi Schäffer, die behauptet, „die Jugend hot damals no Anstand und Moral ghobt“. Überhaupt hat es die Dorftratschn auf die Jugend abgesehen, schnorrt nebenbei von der Metzgersfrau Marlies die eine oder andere Wurst. Marlies (Karin Sedlmeier) ist resolut und gutmütig zugleich, lässt die Augenbrauen hochschnellen oder beendet mit eindeutigen Gesten die Lügereien des Angetrauten Josef (Hermann Högner).

Überhaupt nimmt man den Schauspielern ihre Rolle ab. Knecht Quirin zum Beispiel, dargestellt von Gaststättenwirt Michael Jakob-Widmann, der sich in der ersten Szene den Seppelhut vom Kopf reißt, sodass ihm die Haare zu Berge stehen. Grauen tut’s auch Josef, Sohn Wolfi (Adrian Seidl) und dessen Onkel Max (Herbert Schäufler), als plötzlich der jährliche Männer-Ausflug auf dem Prüfstand steht, weil die „schlampige Magd“ Burgl (Monika Lange) einen anonymen Liebesbrief findet. Das „Spatzerl“ möchte seinen „Waldbauernbuam“ besuchen, lesen die Herren der Schöpfung da drin und sind plötzlich ganz aufgeregt. Denn wer genau das verliebte Spatzerl zu verantworten hat, ist im Alkoholrausch des letztjährigen Ausflugs vergessen gegangen.

Spatzerl aber droht mit einem Besuch und da ist guter Rat teuer. Genaugenommen zehn Maß teuer. Die verlangt nämlich der Quirin dafür, dass er das Abenteuer auf sich nimmt. Auf den Schreck hebt er gleich ein paar Schnäpse, bevor die um den rustikalen Tisch Sitzenden sich erleichtert zuprosten und einfältig in Sicherheit wiegen – nur haben sie nicht mit dem Spürsinn von Max’ Freundin Gundi (Gitti Seidl) und Marlies gerechnet. Auch nicht mit der naiven Ehrlichkeit der Burgl, die sich als dusselige Magd in die Herzen der Zuschauer spielt.

Richtig brenzlig wird es, nachdem Wolfis Freund Lugge (Sandro Lohmeier) mitmischt – und als schließlich die bezaubernde Steffi (Christiane Högner) die Bühne betritt, die Wolfi auf besagtem Betriebsausflug kennen und lieben lernte, ist das Durcheinander perfekt. Von Michèle Kirner

Der verflixte Findelbrief

ist noch an folgenden Abenden zu sehen: Freitag, 31. März; Samstag, 1. April, jeweils 20 Uhr: Sonntag, 2. April, 17 Uhr, Dienstag, 4. April, 20 Uhr, Freitag, 7. April, 20 Uhr, und Samstag, 8. April, 20 Uhr. Kartenvorverkauf bei Monika Lange-Hartl, Tel.: (0 81 05) 83 25.

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