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Häufiger als im Vorjahr musste die Polizei 2015 im Landkreis Starnberg zu Unfällen ausrücken.

Verkehrsstatistik

Wieder mehr Unfälle im Landkreis Starnberg

Starnberg - Die Polizei im Landkreis blickt auf ein schwarzes Jahr zurück: Die Unfälle haben 2015 deutlich zugenommen, sehr häufig war Alkohol im Spiel. Auch die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten stieg an.

Die Zahlen der Polizei sprechen eine deutliche Sprache: Um beinahe zehn Prozent (9,39%) haben die Unfälle auf den Straßen und Autobahnen im Landkreis im vorigen Jahr zugenommen, insgesamt krachte es 4483-mal (+385). Sieben Menschen verloren ihr Leben: zwei Fußgänger, zwei Kradfahrer, ein Pkw-Fahrer, eine Sozia sowie eine Bus-Passagierin. Im Jahr davor wurden landkreisweit vier Verkehrstote beklagt. Die Zahl der Verletzten stieg von 672 (2014) auf 677 ebenfalls.

Auch die Anzahl derer, die sich nach Unfällen aus dem Staub gemacht haben, hat 2015 zugenommen. So wurden bei den vier für den Landkreis zuständigen Polizeiinspektionen in Gauting, Herrsching, Starnberg und Germering 1051 Verkehrsunfallfluchten zur Anzeige gebracht. Das waren 59 mehr als im Jahr davor. 428-mal konnten die Beamten die Übeltäter ausfindig machen, die Aufklärungsquote stiegt somit um 7,26 Prozent.

Alarmiert ist die Polizei davon, dass 2015 wieder häufiger Alkohol am Steuer eine Unfallursache war. Die Fälle stiegen von 42 auf 54. Dabei wurden auch mehr Menschen verletzt, getötet wurde zum Glück niemand. Erfreulich ist, dass die Autofahrer im Landkreis möglicherweise häufiger den Fuß vom Gas nehmen: Wegen überhöhter Geschwindigkeit verzeichnete die Polizei mit 144 vier Unfälle weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten beim Rasen sank leicht, ebenso wie 2014 musste allerdings ein Todesopfer beklagt werden.

Aufgrund der angespannten Personalsituation konnten die Beamten der Inspektionen 2015 weniger Geschwindigkeitskontrollen vornehmen als im Vorjahr. Die Zahl der Einsatzstunden für Lasermessungen ging von 395 auf 365 zurück. Dementsprechend sank die Zahl der Beanstandungen von 1725 im Jahr 2014 auf 1221 (2015). Die Verkehrspolizei hatte dagegen mehr Zeit und brachte es auf 365 Kontrollen mit Radar und Lichtschranke – im Jahr davor waren es noch 347 Einsätze. 5643 Raser konnte sie überführen, 2014 gingen ihr 5516 in die Radar-Falle.

Auch bei den Alkoholkontrollen mussten die Beamten der Inspektionen aufgrund der Personalnot kürzer treten: So wurden laut Statistik 151 „folgenlose Trunkenheitsfahrten“ festgestellt, 2014 waren es noch 199. „Dies ist einerseits der Personalsituation und Einsatzlage zuzuschreiben, andererseits zeigt es aber auch, dass möglicherweise weniger unter Alkoholeinfluss gefahren wurde“, schließen die Beamten daraus, die überdies von 23 Drogendelikten am Steuer berichten, einer mehr als 2014

Junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) waren 2015 wieder häufiger am Unfallgeschehen beteiligt. Sie verursachten mit 182 Unfällen 18 mehr als noch 2014. Siebenmal war dabei Alkohol im Spiel, doppelt so oft wie im Vorjahr. Aber auch die Senioren (ab 65 Jahre) bekleckerten sich 2015 nicht gerade mit Ruhm: Sie verursachten 310 Unfälle (+16). In zehn Fällen war die Unfallursache Alkohol, ein Plus von alarmierenden 233,33 Prozent.

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