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Bierverkostung beim Infoabend (v.l.): Bürgermeisterin Christel Muggenthal, Ulla Lackmann, Peter Steinhöfel, Roswitha Gahn, Hanna Weber, Bierbrauer Bernhard Schambeck und Referent Wolfgang Gröll.

Ortsbild Wörthsee

Auf dem besten Weg zu einem Dorfladen

Wörthsee - Die Eröffnung eines Wörthseer Dorfladens ist im Bereich des Möglichen. Der Verein WIR jedenfalls ist schon ziemlich weit. 

Am Dienstag lud der Verein WIR (Wörthsee isst regional) interessierte Bürger zu einer Informationsveranstaltung in die Grundschul-Aula und präsentierte Nägel mit Köpfen. Heiß diskutierter Standort ist das Sparkassengebäude an der Etterschlager Straße. Mit etwa 200 Quadratmetern Fläche, zahlreichen Parkplätzen und zentraler Lage eignet sich das Gebäude bestens für das Dorfladenprojekt. Da die Sparkasse im Sommer ohnehin ihr Wörthseer Domizil verlassen wird, stehen die Zeichen günstig. „Das Gebäude gehört der Sparkasse und wir befinden uns derzeit in Verhandlung“, informierte WIR-Vorsitzende Hanna Weber. Die entsprechenden EU-Fördergelder sind bewilligt und bei Handelseinigkeit mit der Sparkasse könnten die Räumlichkeiten bereits in der zweiten Jahreshälfte bezogen werden.

 Laut Wolfgang Gröll, Starnberger Unternehmensberater und Vorstand des bundesweiten Dorfladen Netzwerkes, ist der Umbau eine Frage von lediglich zwei Monaten: „Die Immobilie ist in einem guten Zustand. Die nicht tragenden Mauern können aus der Sparkasse herausgenommen werden.“ Im Zeichen von Regionalität und Bürgersolidarität soll der Dorfladen vor allem das Gemeinschaftsgefühl stärken. 

Nach der Genossenschaftsgründung am 10. Mai kann jeder mitmachen, der Gesellschaftereinlagen ab 250 bis 300 Euro erwerben möchte. „Unser oberstes Ziel ist nicht Gewinnmaximierung sondern der achtsame Umgang mit regionalen Ressourcen. Überschussanteile können als Warengutscheine ausgezahlt werden“, sagt Gröll. Fakten sammelte der Unternehmensberater mit einer jüngsten Umfrage zur Wörthseer Nahversorgung. Demnach wünschen sich 93,5 Prozent aller Wörthseer Bürger die Verbesserung der Versorgungssituation. Eine finanzielle Dorfladenbeteiligung in Form von Genossenschaftsanteilen können sich 17,2 Prozent der Befragten vorstellen. 

Das 20-köpfige WIR-Team will das dörfliche Miteinander nicht nur über die Vermarktung heimischer Produkte und das Angebot von örtlichen Lieferleitungen fördern. „Durch ein integriertes Café soll der Dorfladen zum sozialen Treffpunkt werden“, sagt Weber. Wöchentliche Repair-Café-Aktionen sind hier ebenso denkbar wie generationsübergreifende Backworkshops oder Tauschbörsen. Ein barrierefreier Eingang sowie ein Platz zum Draußen-Sitzen sollen für Komfort sorgen.

Ein Wörthseer Schmankerl der flüssigen Art stellte am Montag Bernhard Schambeck vor. Als Hobby-Bierbrauer kreieren der hauptberufliche Ingenieur gemeinsam mit Raimund Seeliger seit einigen Jahren süffige Biersorten in der häuslichen Küche. „Es handelt sich um Craft Beer. Handwerklich gebrautes Bier in kleinen Mengen – Bierspezialitäten mit besonderem Geschmack“, erklärt Schambeck. Seit der Wahlwörthseer während eines USA-Aufenthaltes auf den Geschmack kam, wird es in der häuslichen Küche zunehmend enger: „Die Küche wird zum Sudhaus. Für unsere Frauen ist die Grenze des Erträglichen gekommen.“ Ein neues Domizil mit größerer Brauanlage im Keller des Sparkassengebäudes würde geeignete Abhilfe schaffen und den Dorfladen zugleich mit heimischen Biersorten bestücken. „Wir wollen spezielle Biere brauen, die den Wörthseern schmecken und auch im Auftrag brauen mit speziellen Flaschendesigns.“ Einen vollmundigen Vorgeschmack zum Frühlingsbuffet gab es am Montag mit der Verkostung zweier originär Wörthseer Weißbiersorten.

nh

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