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Verkürzte Röhre

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Die Fußgängerunterführung soll noch bis zum Stadtjubiläum im nächsten Jahr verkürzt werden. Foto: Jaksch
Die Fußgängerunterführung soll noch bis zum Stadtjubiläum im nächsten Jahr verkürzt werden. Foto: Jaksch

Starnberg - Die Bahnunterführung zum Undosa am Museum muss schon längst nicht mehr so lang sein wie sie ist, nachdem Gleis 1 auf der Stadtseite abgebaut worden ist. Der Tunnel wird nun verkürzt.

Im Bauausschuss hat man sich nun für die preiswertere Lösung zur Verkürzung ausgesprochen. Geliebäugelt hatte der Arbeitskreis Seeanbindung mit dieser Maßnahme schon vor etlichen Jahren. Der Antrag war 2009 von CSU, BLS/WPS und FDP nochmals eingebracht worden.

Im Rathaus stieß der Plan jedoch nur auf wenig bis keine Gegenliebe, hätte die Umsetzung doch suggeriert, man glaube selbst nicht an die schnelle Realisierung einer großen Lösung für die Seeanbindung mit Umbau der Gleise. Erst im November vergangenen Jahres lag eine Planung auf dem Tisch. Dabei tauchte nun die Frage auf, ob es technisch machbar und bezahlbar wäre, den Unterführungsboden tiefer zu legen. Das Untersuchungsergebnis wurde in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung vorgestellt.

Das Abgraben hätte laut Edmund Lochbihler vom Ingenieurbüro Obermeyer mehrere Folgen: „Um die Standsicherheit der bestehen bleibenden Teilunterführung seeseits zu gewährleisten, müsste eine Wanne zur Aussteifung in den Boden eingebaut werden. Dann wäre eine Durchgangshöhe von 2,40 Meter zu erreichen.“ Dafür müsste aber auch die Promenade auf der Seeseite um einen halben Meter niedriger gelegt werden. Lochbihler warnte, dass die Unterführung dann bei Hochwasser volllaufen könnte. Die Kosten bezifferte er auf rund 277 000 Euro brutto. Auch eine weniger tiefe Abgrabung ändere an der Höhe der Summe kaum etwas. Ganz ohne Tieferlegung koste die Abnahme des Teildeckels etwa 137 000 Euro.

Im städtischen Haushalt sind heuer für Verbesserungen am Bahnhofsumfeld nur 147 000 Euro enthalten. Strikte Ablehnung kam von Holger Knigge (SPD) für beide Varianten. Er möchte lieber in kleinen Schritten weiter die große Seeanbindung verfolgen. „Röhre bleibt Röhre“, lehnte Barbara Frey (UWG) „diese Kosmetik“ ab. Ihnen hielt Iris Ziebart (FDP) entgegen, dass für die große Seeanbindung in absehbarer Zeit kein Geld da sein werde, weshalb man die Investition in kleinere Verbesserungen mutig anpacken sollte: „Man kann doch nicht weitere zehn Jahre alles so lassen.“ Ludwig Jägerhuber und Eva John (beide CSU) erinnerten daran, dass sich auch bei den Bahnhofstoiletten dringend etwas verbessern müsse. Deshalb sollte man jetzt vor dem 100. Stadtgeburtstag im nächsten Jahr nur den Teildeckel abnehmen. So wurde es beschlossen (7:6). UWG, SPD und Grüne waren dagegen.

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