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Nachbar gegen Nachbar vor Gericht

Gauting - Ein Streit unter Nachbarn vor dem Amtsgericht ging für eine Hausfrau aus Gauting gut aus: Die 51-Jährige wurde vom Vorwurf der falschen Verdächtigung freigesprochen.

Eine 51-jährige Gautingerin und ihr Nachbar, ein Ingenieur, waren früher gute Bekannte. Seit Herbst 2014 machen sie sich das Leben gegenseitig schwer. Zuerst alarmierte der Ingenieur die Polizei, weil seine Nachbarin angeblich am Waldesrand Zweige abgebrochen hatte. Tage später reklamierte die 51-Jährige für sich, Opfer eines draufgängerischen Fahrmanövers ihres Nachbarn geworden zu sein. „Als ich mit dem Fahrrad in unsere Einfahrt einbog, kam sein silberner Pkw aus der Tiefgarage. Ich musste abbremsen, stürzte und bin mit dem Fuß umgeknickt“, sagte die Gautingerin, die sich beim Sturz eine Kapselbandverletzung am Fuß zuzog. Sie sei 100-prozentig sicher, dass der Ingenieur am Steuer gesessen sei und Gas gegeben habe, sagte sie vor Gericht. Allerdings war sich die Hausfrau darüber im Klaren, dass er lediglich einen fahrlässigen Fahrfehler begangen habe oder in aggressiver Weise aufs Gaspedal getreten war. Sie hatte ihn zwar angezeigt, doch er wies dank seiner Stempelkarte zweifelsfrei seine Unschuld nach: Er war in der Arbeit.

Der Familienvater konterte mit einer Gegenanzeige wegen falscher Verdächtigung. Aus Sicht des Staatsanwaltes stand nach der Zeugenvernehmung fest: „Die Angeklagte hat ihren Nachbarn bewusst falsch bezichtigt, als Retourkutsche für das Ereignis mit den Zweigen.“ Anders sah es Richterin Brigitte Braun. Ihr Freispruch schloss sich dem Schlussplädoyer des Rechtsanwaltes an. „Hier gilt der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten. Schließlich hatten auch die Vernehmungsbeamten den Eindruck, dass die Angeklagte selber davon überzeugt war, ihren Nachbarn am Steuer des Pkw erkannt zu haben“, so das Gericht. nh

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