Anders als geplant: Das Geländer am Ende der Gleise sollte eigentlich in einer Linie vom Bahnhof Richtung Erlöserkirche führen, gebaut wird es aber im Zickzack. „Das schaut furchtbar aus“, findet Bürgermeister Christian Schiller. Foto: SvJ

Verplante Bahn

Herrsching - Endlich sind die Bauarbeiten für einen barrierefreien Herrschinger Bahnhof mit großer Verspätung abgeschlossen. Der Ärger mit der Bahn reißt aber noch immer nicht ab.

Jahrelange Planung, monatelange Verzögerung bei der Baufertigstellung, „und dann das!“. Bürgermeister Christian Schiller machte seinem Ärger in der jüngsten Bauausschusssitzung in Herrsching Luft. Es geht um die Umbauarbeiten am Bahnhof. Zweimal war das Fertigstellungsdatum verschoben worden, mit zehnmonatiger Verzögerung wurden dann die Arbeiten abgeschlossen. Als die Gemeinde Herrsching nun mit dem letzten Bauabschnitt der Park-and-Ride-Anlage beginnen konnte, habe es einige ärgerliche Überraschungen gegeben, berichtete der Rathauschef. Die Bahn, die punktgenau vorgeschrieben habe, wie die Pläne aussehen sollten und selbst bei „Optimierungsvorschlägen“ nicht daran rütteln lassen habe, habe sich bei der Bauausführung selbst nicht an die eigenen Pläne gehalten. „Teilweise zu unseren Ungunsten“, sagte Schiller. Dies sei auch insofern ärgerlich, als die Gemeinde nur ein knappes Zeitfenster habe für die Fertigstellung ihrer Anlage, um die zugesicherten Zuschüsse in Höhe von 400 000 Euro nicht zu gefährden. Zweimal war die Frist bereits verlängert worden - wegen der Bahn. Spätestens 2015 müssen die Arbeiten abgeschlossen und auch abgerechnet sein. Schiller: „Das wird eng.“

„Wir müssen mit den Gegebenheiten irgendwie fertig werden und sehen, wie wir das hinbekommen“, erklärte Bauamtsleiter Guido Finster den Gemeinderäten. Jedenfalls auf dem eigenen Gelände. Denn auf das, was auf dem Bahngelände schiefgelaufen sei, habe die Gemeinde keinen Einfluss. Vom gemeindeeigenen Gelände sei etwa ein Drittel des künftigen Rad- und Fußweges betroffen. Die Bahn habe Kabelschächte auf Gemeindegrund verlegt, was so nicht geplant gewesen sei. Die angelaufenen Bauarbeiten würden nun behindert und erfordern aufwändige Änderungen. Auch der Ausgang der Bahnunterführung an der BoFrost-Halle liege tiefer als in den Plänen vermerkt, so der Bürgermeister. „Das müssen wir nun auffüllen, wir können ja keine Stufen in den Radweg bauen“, sagt er und fühlt sich dem „irgendwie ausgeliefert“.

Der Ärger mit der Bahn hat bekanntlich Geschichte. Willi Welte (CSU) schlug deshalb knallhart eine Mängelliste vor, für die die Bahn gerade stehen sollte. Finster aber erinnerte daran, da dies ja nur bedingt möglich sei, da das bahneigene Gelände unantastbar sei. Schiller: „Da kann man sich über Zickzack-Geländer ärgern, die in einer Linie geplant waren, oder über unsaubere Bauausführungen und billige Asphaltbelage, aber machen kann man nichts.“ Gleichwohl seien noch Rechnungen offen, die die Gemeinde begleichen müsse. „Wir hätten also schon noch ein paar Trümpfe in der Hand.“

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