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Schläge mit Holzlatte in Starnberg

Versuchter Mord: Täter schuldunfähig

  • Nina Gut
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Starnberg/München - Ein 39-Jähriger, der im November 2013 in Starnberg einen ahnungslosen Passanten mit einer Holzlatte beinahe totgeschlagen hat, ist schuldunfähig. Das entschied ein Gericht.

Ohne ersichtlichen Grund hatte ein 39-jähriger Pizzabäcker am 16. November vorigen Jahres an der Weilheimer Straße in Starnberg einen 48-jährigen Passanten attackiert – er donnerte ihm eine Holzlatte auf den Schädel. Auslöser dafür war die paranoide Schizophrenie des 39-Jährigen, die ihn plötzlich ausrasten ließ. Wegen seiner psychischen Krankheit ist er schuldunfähig. Nun hat ihn das Landgericht München II in die Psychiatrie eingewiesen, die Unterbringung aber zur Bewährung ausgesetzt, aber strenge Auflagen verfügt.

Der Mann hatte sich an jenem Abend in der Arbeit geärgert. Als er auf dem Heimweg einen Passanten sah, der mit dem Fuß stampfte, sei ihm das arrogant vorgekommen, sagte er. Daraufhin habe er gegen ein Auto getreten. Als der Mann die Polizei rief, habe er „die Kontrolle verloren“. Zu Hause zog er eine Holzlatte aus seinem Lattenrost und trat wieder auf die Straße, wo ihm zufällig der 48-Jährige begegnete. Dem riss er beim Schlag mit der Holzlatte ein Ohr teilweise ab und fügte ihm eine Zwölf-Zentimeter-Wunde am Hinterkopf zu. Zwei junge Männer hatten dem Opfer geholfen.

Juristisch betrachtet handelt es sich bei der Tat um versuchten Mord aus Heimtücke. Der 48-Jährige hatte „keine Möglichkeit, sich zu entziehen“, sagte der Vorsitzende Richter. „Als er sich umdrehte, hatte er schon einen Schlag im Gesicht.“ Jedoch war zur Tatzeit die Steuerungsfähigkeit des 39-Jährigen aufgehoben, so dass er als schuldunfähig gilt.

Laut eines Gutachtens ist er in unbehandeltem Zustand gefährlich. Darum wurde die Unterbringung angeordnet – nach einigem Überlegen des Gerichts zur Bewährung. Erstens sei er austherapiert. Die Medikamente schlagen gut an; wenn er sie nimmt, ist er ungefährlich. Es sei „unverhältnismäßig“, ihn unbestimmte Zeit in der Psychiatrie zu lassen. Zweitens sei er einsichtig und will sich engmaschig betreuen lassen. Das Gericht sah „eine gute Möglichkeit, ihn in ein normales Leben zurückzuführen“.

Das heißt, der Pizzabäcker bleibt frei, wenn er sich an alle Auflagen hält. Er muss sich etwa ambulant behandeln und den Medikamentenspiegel regelmäßig überprüfen lassen.  (gut)

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