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Verfallen: der Gasthof Wörthseeblick,

Wörthseeblick

Verwahrlostes Gemäuer auf teurem Grund

Steinebach - Der Gasthof Wörthseeblick hat schon bessere Tage gesehen. Keiner weiß, wie es weitergeht.  

Verwahrlost und heruntergekommen steht das Gemäuer auf kostbarem Grund am Wörthsee. Zum Verhängnis war dem Gebäude laut Uwe Kreißelmeier vom örtlichen Bauamt letztendlich vor einigen Jahren der Brandschutz geworden. Der Gasthof war schon damals seit längerem nicht mehr bewirtschaftet worden. Dann wohnten dort bis zur Nutzungsuntersagung durch das Landratsamt von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen. Eine Ausnahme wurde für die Rentnerin gemacht, die im Erdgeschoss lebte. „In ihrer Wohnung war der Brandschutz gesichert“, erklärt der Bauamtsleiter auf Rückfrage. Vor fünf Jahren zog die Seniorin in das altengerechte Wohnen in Steinebach um – und seither verfällt die ehemalige Gastronomie am See zusehends.

Im Frühling 2015 kam mit zwei Bürgerworkshops wieder Bewegung in das Thema. Kreativ arbeiteten die Teilnehmer einige Vorschläge aus. So könnte der Verband Wohnen dort erschwingliche Wohnungen für Senioren bauen, lautet eine Alternative. Auch ein Dorfladen mit Café war im Gespräch, ein Haus für die Vereine oder ein Mehrgenerationenhaus. Gewünscht wurden unter anderem Eigentumswohnungen, Gastronomie und kleine Läden oder kleinere Wohneinheiten. Unerwünscht waren Zweitwohnungen. Und immer wieder fiel der Begriff „bezahlbar“.

„Wunschvorstellungen kann man viele haben“, sagt Kreißelmeier, „die Umsetzung regelt aber der Preis.“ Und ein Schnäppchen ist das rund 4200 Quadratmeter große Areal am Wörthsee sicherlich nicht. Der Gemeinderat beschloss nach den Workshops, dass der gültige Bebauungsplan mit 900 Quadratmeter bebaubarer Fläche noch passt und nicht geändert werden muss. Am Umfang der Bebauung gibt es laut Bürgermeisterin Christel Muggenthal nichts zu rütteln. Aber: „Wir sagten, es könnten auch Wohnungen rein.“

Der gültige Bebauungsplan wurde 1990 rechtskräftig und sieht die rein gastronomische Nutzung mit Hotel- und Biergartenbetrieb vor. Eine Nutzungsänderung zum Wohngebiet könnte entsprechend beantragt werden. Allerdings ist bisher wieder wenig passiert. „Interessenten haben schon seit Längerem nicht mehr bei uns vorgesprochen“, sagt Kreißelmeier. Das Gebäude wieder herzurichten, wäre laut Rathauschefin für die Eigentümer eine „Rieseninvestition“. Und am Ende sind es auch die Grundstückbesitzer, die die Zukunft des ehemaligen Gasthofs in der Hand haben. Denn wie sagte schon der Bauamtsleiter: Die Umsetzung regelt der Preis.  

mk

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