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Vier Kunststudenten – vier Entwürfe: Angelika Kern, Sabine Ackermann, Rosana von Angerer und Markus Pollinger (v.l.) präsentierten in der evangelischen Christuskirche ihre Abendmahl-Gefäßmodelle. 

Vier Entwürfe für neues Abendmahl-Geschirr

Gauting - Billiglösungen kommen für Dr. Günter Riedner nicht in Frage. Das betonte der evangelische Pfarrer von Gauting bei der Präsentation der Modelle für neue Abendmahlgefäße. Unbekannte hatten in der Karwoche das silberne Jugendstil-Geschirr aus der Christuskirche entwendet.

Die zündende Idee hatte Rechtsanwalt Dr. Hans-Christoph Schimmelpfennig gehabt, erläuterte Pfarrer Dr. Günter Riedner, als Studenten der Akademie für Bildende Künste Nürnberg am Wochenende in Gauting die Modelle neuer Abendmahlgefäße für die Christuskirche präsentierten. Nachdem die silbernen Gefäße vom Altar der evangelischen Kirche gestohlen worden waren, hatte der der leidenschaftliche „Urban Sketcher“ (Stadt-Zeichner) Schimmelpfenning empfohlen, Kunst-Studenten mit den Entwürfen für Ersatzgeschirr zu beauftragen. Und so geschah es.

„Ein ergreifender Moment“, sagte Professorin Suska Mackert bei der Präsentation der Entwürfe. In Zusammenarbeit mit evangelischer Gemeinde und Kirchenvorstand hatten vier ihrer Nürnberger Studenten Modelle ausgearbeitet – zunächst in weißem Wachs oder Kunststoff.

Den gewölbten, lichtblauen Altarraum mit dem Christus, der segnend die Hände über die Gemeinde hält, hatten die jungen Designer zuvor genau studiert. „Diese ruhige Form“, erklärte Angelika Kern, habe sie in ihrem Silberkelch mit hölzernem Nodus (knaufartige Verdickung) umgesetzt. Falls die Gemeindemitglieder Edelmetalle sammeln und einschmelzen wollten, sei dies in ihrer klassischen Silberschmied-Arbeit mit klar designter Kanne als Bezugspunkt zur Osterkerze und zur Orgel durchaus möglich.

„In diesem Raum haben viele Künstler ihre Fingerabdrücke hinterlassen“, sagte Sabine Ackermann. Deshalb hat die Studentin ein überraschendes Material gewählt. Ihr teilbares Abendmahlgeschirr besteht aus schwerem eierschalfarbenem, nordbulgarischem Kalkstein – wie der Altar. „Weil man die Gegenstände öffnen und schließen kann“, symbolisiere ihr Modell den rituellen Moment des Teilens. Doch das Stein-Geschirr mit der zwei Kilo schweren Kanne dürfe nicht fallen, warnte die Schöpferin.

„Alles aus einem Guss“, erklärt Rosana von Angerer ihren Entwurf aus Wachs. Nur den Kelch, innen glatt, außen mit Spuren von Lebenslinien, hatte die Studentin bereits in Silber gegossen. Die reduzierte Form symbolisiere die Gemeinschaft des Abendmahls „als das Eine.“ Die Facetten vermittelten, dass Menschen verschiedener Herkunft daran teilnehmen. In den Boden der Hostienschale hat sie Sechsecke ziseliert – Metapher für die zwölf versammelten Apostel.

Großen Anklang fand der vierte Entwurf: Absolvent Markus Pollinger hatte sein dreidimensionales Modell am Computer gebloggt – und in Kunststoff gebaut. Die „einfache Formensprache“ der Gautinger Orgelpfeifen prägten sowohl Kelch als auch Schale. Er verbinde „alte Silbertechnik mit Stichelhandwerk“, sagte Pollinger. Der neunlöchrige Sieb-Silberlöffel stehe für die biblische Zahl der Weisheit.

So geht es weiter: Bis 27. November werden die Modelle in den Fenstern des evangelischen Pfarramts ausgestellt, sagte Pfarrer Riedner. Am ersten Adventssonntag, 27. November, 11.30 Uhr, entscheiden die Gemeindemitglieder, welcher Entwurf für das künftige Abendmahl-Gefäß umgesetzt werden soll.

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