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Starke Leistung: Matt Tarantino (l.) bekam Lob von Trainer Max Hauser. 

Volleyball

TSV Herrsching knapp an der Sensation vorbei

Herrsching - Der TSV Herrsching hat die Sensation knapp verpasst. Er verlor am Samstag zu Hause 2:3 (34:32, 23:25, 24:22, 15:25, 14:16) gegen die SWD Powervolley Düren. Trotzdem war Trainer Max Hauser begeistert.

Das war ein Volleyball-Fight, so wie er sein muss. Ein geiles Spiel. Die Mannschaft hat den Matchplan zu 100 Prozent umgesetzt“, sagte Hauser. Zwar sah der 33-Jährige noch viele Baustellen. Insgesamt geht die Formkurve aber weiter nach oben. Auch Matt Tarantino, mit 19 Zählern zweitbester Punktesammler nach Tom Strohbach (20), kommt immer besser in Fahrt. Hauser attestierte dem Amerikaner ein „sehr gutes Spiel“. Einzig mit der Blockarbeit des Diagonalangreifers war Hauser nicht ganz zufrieden.

Nach der enttäuschenden 1:3-Niederlage gegen den TV Rottenburg im ersten Heimspiel des Jahres zeigte Herrsching diesmal wieder sein anderes Gesicht. Beide Mannschaften boten Volleyball der Extraklasse. Am Ende entschieden wenige Zentimeter und auch ein bisschen Glück über Sieg und Niederlage. Nach zweieinhalb Stunden hatten die 1000 Zuschauer in der ausverkauften Nikolaushalle den Siegerjubel bereits auf den Lippen. Beim Stande von 14:13 im Tie-Break stand Tarantino an der Aufschlaglinie bereit. Doch den kanonenartigen Ball des US-Boys konnte die Dürener Annahme halten und ihrerseits ausgleichen. Danach verfehlte Tom Strohbach das gegnerische Feld um Zentimeter, den Dürener Matchball konnte Herrsching nicht verteidigen.

Nach einer kurzen Phase der Enttäuschung war man im Herrschinger Lager dennoch glücklich über den Punktgewinn. Allerdings gut möglich, dass der eine Zusatzpunkt, der die Dürener zumindest über Nacht auf Platz drei hievte, am Ende im Kampf um den sechsten Platz fehlen könnte. Hauptkonkurrent TV Bühl hat im Saisonfinale das vermeintlich leichtere Restprogramm. „Natürlich ist es ärgerlich, aber ich ärgere mich nicht“, sagte Julius Höfer. Der 24-Jährige spielte wieder auf der Annahme/Außen-Position, trat aber nur im Angriff in Erscheinung. In der Annahme ließ Hauser wieder mit dem Zweier-Riegel Tom Strohbach und Ferdinand Tille spielen. Beide zeigten eine überragende Vorstellung.

Im Rahmen des DVV-Pokalfinals am kommenden Wochenende, wenn die beiden Topteams Friedrichshafen gegen Berlin aufeinandertreffen, fahndet die Volleyball-Bundesliga nach dem Ballwechsel des Jahres. Allein das Mammut-Match zwischen Herrsching und Düren lieferte ein Dutzend spektakulärer Ballwechsel, die allesamt die Ehrung „Goldenes Händchen“ verdient hätten. Vom ersten Aufschlag an war der Wille der Hauser-Truppe zu spüren. Im ersten Satz konnte sich zu keiner Zeit ein Team absetzen. Erst mit dem insgesamt achten Satzball wurde der Satzgewinn eingetütet (34:32). Ähnlich eng zu ging es im zweiten Durchgang, den sich die Gäste aus der Eifel (23:25) krallten.

Nach der Pause waren zunächst die Hausherren das wachere Team. Fast schon nach Belieben bestimmte nun Herrsching den dritten Satz, im Finish kam Düren zwar noch etwas heran, der Satz ging aber an die Ammerseer (25:22). Ebenso klar ging der vierte Satz (15:25) dann wiederum an Düren. Der Tie-Break war dann nichts für schwache Nerven.

Am kommenden Wochenende pausiert die Bundesliga, danach stehen zwei harte Auswärtsbrocken an: SpitzenreiterVfB Friedrichshafen und der Tabellenzweite United Volley Rhein-Main. In der jüngeren Vergangenheit hat Herrsching bereits bewiesen, dass es gegen solche Teams mithalten kann. „Ich glaube an mein Team“, sagt Hauser. Und das Team wohl auch wieder an sich.

Dirk Schiffner

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