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So schaut das Brett dann aus, wenn es fertig ist: Die drei Freunde Alex Graw, Alex Jonke und Jojo Graw (v.l.) mit ihrem Windsurfbrett Willi, das daheim selbst zusammengebaut werden kann. Und dessen Namenspate das Ikea-Regal Billy ist. 

Surfbrett zum Selbermachen

Von Billy zum Willi

Inspiriert vom IKEA-Billy-Regal, haben drei Freunde aus Herrsching nun etwas Außergewöhnliches entwickelt: Ein Windsurfbrett, das man selbst zusammensetzen muss.

Herrsching – Ein paar Tropfen Patex, ein Handschleifgerät, Inserts, ein bisschen Laminat und fertig ist das Windsurfbrett: Ab sofort liefert ein Herrschinger Onlineshop Windsurfbrett „Willi“ in Einzelteilen zum Zusammenbauen nach Hause. Sozusagen im Do-it-yourself-Baukastensystem können fortan auch Ungeübte ein Freestyleboard mit Namen Willi shapen und bauen, sagt Alex alias Al Jonke (35). Gemeinsam mit den Brüdern Alex „Al“ (36) und Jojo (34) Graw gründete er das Geschäft, dessen Firmenname „ALALJOJO“ sich aus den drei Spitznamen ableitet.

Vorbild für die Gründer war das Billy-Regal von Ikea. „Voraussetzung für das Zusammenbauen ist ein bisschen handwerkliches Geschick. Wenn man sich allerdings bei einem Ikea-Regal schwertut, sollte man die Finger von unserem Willi lassen“, sagt Jonke. Das Resultat wiederum sei ein Board, das qualitativ die gängigen Serienbretter übertrifft, verspricht der Unternehmensberater.

Schon als Kinder zusammen Ideen umgesetzt

Für die drei Freunde, die sich schon seit der Grundschule kennen, ist das Projekt eine natürliche Fortsetzung ihres bisherigen Miteinanders. Denn bereits als Kinder werkelten sie gemeinsam in der elterlichen Garage und zimmerten vom Snowboard aus einem Bügelbrett bis zum Boot oder Skateboard allerlei Sportgeräte. Darunter auch ein Surfbrett mit Fußschlaufen aus Badeschlappen.

Der Prototyp von „Willi“ entstand 2017 – ebenfalls im Keller der Eltern. Wie jedes neue Produkt durchlief es mehrere Testphasen, wurde von den anspruchsvollen Herstellern in den Wellen und auf den Seen bei verschiedenen Windstärken gefahren und immer weiter verfeinert. Der Stand heute: „Unser Surfbrett hält auch Extremmanövern stand“, sagt Alex Graw. Das Außergewöhnliche an dem Brett ist sicherlich, dass es innen hohl ist. An dieser Stelle wird der eine oder andere Extremsurfer vermutlich die Stirn in Falten legen und fast bildlich vor sich sehen, wie sein Fuß nach einem Sprung beim Aufsetzen das Brett zerbricht. Ganz im Gegenteil, versichert Jojo Graw, der als Ingenieur das technische Hintergrundwissen mitbringt. „Das Brett ist extrem stabil – und sehr leicht“, betont er. Für Stabilität sorgen an den entscheidenden Stellen Carbon, Glasfaser und PVC-Hartschaum.

Online-Tutorial für Zusammenbau in Arbeit

Die Hürden für den Eigenbau seien normalerweise Know-how und Erfahrung, so Jojo Graw. Beides liefern die drei quasi frei Haus. Der Spaß beginnt mit den neun Teilen, in denen „Willi“ ankommt. Lieferbar in vier Ausführungen mit einem Volumen von 83 bis 105 Liter. Für den Zusammenbau brauchen die Kunden das ein oder andere Zubehör aus dem Werkzeugkasten: Beispielsweise wasserfesten Klebstoff, ein Handschleifgerät, eine Japansäge, einen Hammer, einen Bohrer für die Löcher und einen Cutter, zählt Alex Graw auf. Auch die Auflage ist dabei, auf der das Surfboard zusammengebaut wird.

Neben der beigelegten Anleitung ist derzeit ein Online-Tutorial in Arbeit. In Planung ist ebenfalls ein dreitätiger Workshop, denn so lange dauert es, bis das Windsurfbrett fix und fertig und bereit zum Einsatz ist. „Je nach Gewicht kann der Kunde das Brett zusätzlich mit extra Carbon oder Glasfasern verstärken“, so Grafikdesigner Alex Graw. Auch ein Foil-Kit ist bei Bedarf bestellbar. Den Lack kann der Kunde entweder mit einer mitgelieferten Schablone auftragen oder ein eigenes Design kreieren.

Die ersten Windsurfbretter haben die drei schon verkauft. Das Feedback sei ausschließlich positiv, freuen sich die Freunde. Der Tenor: „Es liegt stabil im Wasser, ist schnell und wendig“, berichtet Jonke. Das Brett kostet 1899 Euro. Im Vergleich zu Serienbrettern sei das günstig, weiß Jonke. „Unter 2000 Euro geht da nichts.“ Zu kaufen gibt es das Willi-Freestyleboard unter www.alaljojo.com.

Michèle Kirner

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