Peter Maffay seit langem wieder in der Schule

Söcking - Am bundesweiten Vorlesetag haben am Freitag Politiker, Schauspieler, Schriftsteller, Musiker und viele andere in Schulen und Kindergärten gelesen. Rockstar Peter Maffay war in der Grundschule Söcking zu Gast.

Gespannt sitzen 70 Kinder der vierten Klasse auf blauen Turnmatten. Alle schauen erwartungsvoll hoch zu dem Mann vor ihnen, einige nesteln nervös an Stift und Papier herum. „Warum habt ihr die denn mitgebracht? Ihr sollt doch zuhören“, fragt der Mann. Im Chor donnert ihm die Antwort entgegen: „Autogramme!“.

Verständlich, denn so einen berühmten Gast haben die Schüler der Grundschule Söcking noch nie zu Gesicht bekommen. Sie kennen seine Tabaluga-Reihe, ihre Eltern die älteren Werke. „Ich soll ihnen sagen, dass meine Mama ihr größter Fan ist“, berichten einige. Für den elften Vorlesetag, organisiert von der Wochenzeitung Die Zeit, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung, besuchte am Freitag Peter Maffay „nach langer Zeit mal wieder eine Schule“.

Der Rockmusiker hält ein kleines Taschenbuch in Händen. Den Autor kennt Dominik: „Der ist lustig und immer gut drauf.“ Vorgelesen werden von dem Gast mit der rauen Stimme Gedichte von Heinz Erhard, zu denen die Mädchen und Buben Bezüge herstellen können. „Seht ihr eure Oma in den Ferien?“, fragt Maffay in die Runde. Dutzende Finger schnellen in die Höhe. Aufgeregt aber still warten die Kinder, um ihre ganz persönlichen Geschichten über Großeltern mit dem berühmten Gast zu teilen. „Mein Opa kommt aus Rumänien“, berichtet eine Schülerin. Alle Kinder wollen dem Sänger plötzlich Geschichten von ihrer Herkunft anvertrauen. Einer wurde in Frankreich getauft, ein anderer lebte vier Jahre in Texas, ein Mädchen ist gerade erst aus der Nähe von Sotschi nach Starnberg gezogen. Maffay lässt den Kindern beim Erzählen Zeit, hört aufmerksam zu und fragt immer mal wieder interessiert nach.

Als er dann endlich dazu kommt, das Gedicht „Bei Opa“ vorzutragen, lauschen ihm die Viertklässler gespannt, bis sie bei der Schlusspointe laut auflachen. Die Zeit zum nächsten Gedicht überbrückt Maffay gekonnt mit kleinen Erzähleinlagen der Kinder. „Mir war es wichtig, nicht einfach nur vorzulesen, sondern sich auch über den Inhalt zu unterhalten.“ So werden selbst philosophische Themen behandelt wie die Frage, was Freundschaft, Wahrheit, Gerechtigkeit eigentlich bedeuten.

Am Ende der Stunde sind alle Kinder begeistert und dürfen sich schließlich für ihr Autogramm anstellen. Auch der Sänger hat nur Positives zu berichten: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe den Eindruck bekommen, dass das hier eine lustige und schöne Schule ist.“

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