Wahlpolitisches Taktieren?

Seefeld - Der Gemeinderat Seefeld schafft nach längeren Diskussionen eine Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft.

Die Gemeinde Seefeld schafft eine Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft an der Grundschule am Pilsensee. Zehn Stunden pro Woche soll diese individuelle (Einzel-)Förderung der Schülerinnen und Schüler schaffen. Dies legte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung fest. Damit schlägt er vielleicht sogar zwei Fliegen mit einer Klappe.

Bis die Entscheidung - gegen eine Stimme - fiel, gab es allerdings ein bisschen Wahlkampfgeplänkel. Denn der Antrag kam vom Bürgerverein - und FDP und SPD vermuteten gleich Profilierungsabsichten. Dr. Oswald Gasser (FDP) forderte, den Antrag zurückzustellen und die Schulrektorin Marion Otto persönlich im Rat vorsprechen zu lassen.

Dazu kam es dann aber doch nicht. Johanna Senft (Bürgerverein) erklärte, dass der Antrag mit Otto abgestimmt sei: „Wir haben uns nicht vor den Karren spannen lassen, sondern das war eine Initiative von mir, beruhend auf Gesprächen mit Frau Otto.“ Diese habe von der steigenden Anzahl förderungswürdiger Kinder berichtet. Das Schulpersonal jedoch könne diese nicht auffangen und betreuen. Es handele sich um einen Versuch, der nicht unüblich in Gemeinden sei.

Geschäftsstellenleiter Fritz Cording sprang Senft zur Seite: „Die Schule ist verzweifelt. Der Bedarf ist in keinster Weise gedeckt.“ Und er hatte noch ein Argument auf Lager: Seit Januar sucht die Gemeinde händeringend einen Sozialarbeiter, der die Nachfolge des Sozialpädagogen Harry Mayr im Jugendhaus antreten kann. Dieser hatte wie berichtet Ende des Jahres gekündigt. „Es wäre für die Bewerber reizvoller, wenn sie noch zehn Stunden in der Schule dazu bekämen“, sagte Cording. Er schimpfte aber auch auf die Regierung: „Eigentlich ist das Aufgabe des Staats. Aber es geht hier um Kinder.“

Die Stelle ist bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015 befristet. Vor Ablauf der Frist ist ein Erfahrungsbericht vorzulegen. Ernst Deiringer (SPD) fand die Art und Weise, wie der Antrag zustande gekommen war, trotzdem nicht in Ordnung. Es blieb jedoch bei seiner Gegenstimme.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wörthsees Sorgenkind ist der Verkehr
Wo drückt die Wörthseer der Schuh? Was bewerten sie am besten? Die CSU hatte die Bürger aufgefordert, im Rahmen einer Umfrage ihre Bewertungen abzugeben. Erste …
Wörthsees Sorgenkind ist der Verkehr
Bewegender Abschied nach 42 Jahren: Bei ihr ging ganz Söcking in den Kindergarten
Sie kennt ganz Söcking und halb Starnberg: 42 Jahre lang hat Sibylle Giuffredi mit den Kindern des Maria-Kempter-Kindergartens in Söcking gespielt, gekuschelt und ihnen …
Bewegender Abschied nach 42 Jahren: Bei ihr ging ganz Söcking in den Kindergarten
Gymnasium Herrsching: Nachbarn fragen, Experten antworten
Viele Fragen hatten die Herrschinger Bürger auch beim jüngsten Info-Abend zum geplanten Gymnasium. Laut Planer Dietmar Narr sind die Planungen noch ganz am Anfang.
Gymnasium Herrsching: Nachbarn fragen, Experten antworten
Tutzinger SPD mit Altersspanne zwischen 24 und 83
Der Tutzinger SPD-Ortsverband hat nun ebenfalls seine Liste für die Kommunalwahl 2020 aufgestellt. Renate Geiger tritt dieses Mal nicht mehr an.
Tutzinger SPD mit Altersspanne zwischen 24 und 83

Kommentare