Die ZfG-Spitze (v.l.): Hermann Geiger (2. Vorsitzender), Christina Bredow (Schatzmeisterin), Wolfgang Meiler (1. Vorsitzender) und Joachim Heinzelmann (Schriftführer). Foto: AJ

"Warum soll denselben Leuten etwas Neues gelingen"

Gauting - „Zusammen für Gauting" heißt der neue Gewerbeverband. Doch auf dessen Gründungsversammlung im Gautinger bosco herrschte zuweilen Uneinigkeit.

Nicht ganz reibungslos verlief die Gründungsversammlung des neuen Gautinger Gewerbeverbandes „Zusammen für Gauting“ (ZfG). Tobias McFadden von der Piratenpartei stieß beispielsweise sauer auf, dass die Verbandsspitze - ohne jegliche Wahl - bei der Versammlung im Gautinger bosco schon feststand. Grund dafür war, dass der bisherige Vorstand unter dem Dach des „Bundes der Selbständigen“ (BdS) nahtlos in den neuen Verein gewechselt war.

Es gab allerdings noch weitere Irritationen bei der Gründungsversammlung mit rund 40 Einzelhändlern, Dienstleistern und Handwerkern. So leuchtete der Betreiberin der Gautinger Aral-Tankstelle nicht ganz ein, warum sie vom „Bund der Selbständigen“ zu „ZfG“ wechseln solle. Zwar zahle sie beim „BdS“ mehr - nämlich 160 Euro im Jahr, doch dafür bekäme sie auch Rechtsberatung. Tobias McFadden goss weiter Öl ins Feuer, indem er bezweifelte, dass der alte Vorstand im neuen Verein etwas ändern werde. „Schon seit Jahren höre ich aus dem Gewerbeverband immer dieselbe Kritik am Rathaus. Warum soll denselben Leuten etwas Neues gelingen?“, fragte der Pirat provokativ nach.

Meiler warb damit, dass die 100 Euro „ZfG“- Mitgliedsbeitrag künftig komplett im Ort bleiben werden - zum Beispiel für die Gautinger Marktsonntage mit Gewerbeschau. In Bezug auf die Verbandsspitze sagte Meiler auf Nachfrage, dass er sie als Interims-Lösung betrachte. „In einem Jahr gibt es eine Mitgliederversammlung mit Neuwahl.“ Anschließend wetterte BiG-Fraktionssprecher Meiler, dass örtliche Firmen im Rathaus keinen Ansprechpartner hätten. Die Beratung der Cima-Stadtentwickler sei nur auf ein Jahr begrenzt und Christian Hörmann und Achim Gebhardt dürften nur umsetzen, was der Gemeinde genehm sei. „Hier in Gauting fehlen größere Laden-Flächen“, zog hingegen Einzelhändler Joachim Heinzelmann vom ZfG-Vorstand Bilanz. Deshalb sei das Sportgeschäft weg. „Wer expandiert, geht weg von Gauting“, so Heinzelmann. „Nur wenn alle am Ort zusammenstehen, entwickelt sich Gauting“, appellierte Meiler anschließend und forderte: „In den Bahnhof gehört Leben rein.“ Doch bei der Ortsentwicklung tue sich nichts. „Ihr seid gewählt: Warum krempelt ihr die Ärmel nicht hoch?“, fragte daraufhin Bäckermeister Peter Sickinger die anwesenden Gemeinderäte. „Weil der Bürgermeister so viel Macht hat in Bayern“, antwortete Richard Eck (UBG): „Wir können nur Empfehlungen geben.“

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