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Weinhartstraße und kein Ende

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Herrsching - Der Erstausbau Weinhartstraße in Herrsching kann abgehakt werden. Die Anliegerstraße ist asphaltiert, die Restarbeiten sollen in der nächsten Woche abgeschlossen werden. Es war ein zäher Kampf.

Seit gut dreieinhalb Jahren ist Christian Schiller Bürgermeister in Herrsching. In dieser Zeit wurden sieben Deckensanierungen durchgeführt und nur diese eine Straße ausgebaut. „Mehr geht auch gar nicht“, weiß er heute. Zeit- und Personalaufwand dafür seien unverhältnismäßig hoch.

Dem schlechten Zustand der Straße entsprechend, war ursprünglich ein Erstausbau geplant. Dann aber tauchten alte Bescheide aus dem Jahr 1963 auf, die bescheinigen, dass die Weinhartstraße seinerzeit ausgebaut worden ist. Auch wenn die Straße die Kriterien nicht erfüllte, wollte die Gemeinde den guten Glauben der Bürger in behördliche Bescheide nicht erschüttern: Statt Erstausbau sollte in der Weinhartstraße eine Sanierung ausreichen. Wie berichtet, müssen bei einem Erstausbau 90 Prozent der Kosten von den Anliegern getragen werden. Bei einer Sanierung zahlen zu gleichen Teilen Anlieger und Gemeinde. Deshalb atmeten die Anlieger auf. Die Freude währte aber nur kurz.

Die Kommunalaufsicht forderte einen Erstausbau - alte Bescheide hin oder her. Entscheidend für die Experten in Starnberg war, dass ein frostsicherer Untergrund fehlte, ebenso Entwässerung und Beleuchtung. Die Bürgerseele kochte, und Schiller bedauerte. Als der Rathauschef im Juni freudig verkünden konnte, dass ein unerwartet günstiges Angebot vorliege, hoffte er, dass Ruhe einkehrt. Doch die Weinhartstraße blieb ein Sorgenkind - bis heute.

„Wir haben alles versucht. Die Anlieger waren immer in alle Entscheidungen eingebunden. Mehr kommunizieren kann man nicht“, so Schiller. Dennoch legten von 53 Anliegern 51 Widerspruch gegen die Bescheide ein, drei wählten den Klageweg - die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht ist am Dienstag. Darüber hinaus hätte die Straße schon lange fertig sein sollen. „Wir sind drei Wochen in Verzug“, ärgert sich Schiller. Dies, weil sich einige Anlieger nicht hätten entschließen können, welche Anschlüsse zu ihnen gelegt werden oder wie Einfahrten gestaltet werden sollen. Schiller hat diese Straße Nerven gekostet und er weiß, dasselbe schwant ihm mit der Seestraße in Breitbrunn. „Ein Spaß ist das nicht“, versichert er.

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