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Das Team von Econ Industries auf der Münchner Umwelttechnologie-Messe "Ifat".

Wirtschaft

Weltrekord aus Percha für Aserbaidschan

Starnberg-Percha - Wohin mit giftigem Bohrschlamm? Auf Deponien, sagen viele Experten. Reinigen, hält die Starnberger Firma Econ Industries entgegen. Das Hightech-Unternehmen hat jetzt die weltweit größte Anlage errichtet – in Aserbaidschan.

Reinhard Schmidt redet nicht lange drum herum. „Die Öl- und Gasindustrie macht im Boden viel Dreck“, sagt der Chef des Unternehmens Econ Industries aus Percha. Der Bohrschlamm enthält nicht selten Quecksilber, radioaktives Material oder krebserregende Kohlenwasserstoffe. Lange wurde das giftige Zeug einfach vergraben. Mittlerweile werden die gefährlichen Abfälle in einigen Fällen auf Deponien gebracht und verbrannt. Man kann sie aber auch reinigen und die Stoffe wiederverwerten. Zu den Wegbereitern dieser Methode gehört Econ Industries – und soeben wartet die Starnberger Firma mit einem Rekord auf: In Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, hat sie die weltweit größte Anlage dieser Art errichtet.

In der Zentrale am Schiffbauerweg in Percha ist alles geplant, gezeichnet und entwickelt worden. Beschäftigt werden dort 20 Mitarbeiter, davon zwei Drittel Ingenieure. Mit der Produktion wurden deutsche Maschinenbau-Unternehmen beauftragt. Zwischen Januar und März dieses Jahres wurde alles in 48 Containern per Schiff sowie auf 13 Schwertransporten und zwölf Standardlastwägen in den Kaukasus verfrachtet.

Einige Spezialisten von Econ waren permanent auf der Baustelle, um alles zu kontrollieren und um die Mitarbeiter dort für den Betrieb der Anlage zu schulen. Kürzlich ist der Komplex in Betrieb gegangen. Auftraggeber ist die staatliche Ölgesellschaft von Aserbaidschan.

Die Verarbeitungskapazität beträgt laut Schmidt bis zu 100 000 Tonnen im Jahr – zehnmal soviel wie die bisher weltweit größte Anlage, die in Nordengland steht. Täglich können nun in Baku etwa 240 Tonnen Bohrschlämme aus der Öl- und Gasförderung aufbereitet werden. Daraus können jährlich mehr als 16 000 Tonnen synthetisches Bohröl zurückgewonnen werden, die laut Schmidt ohne weitere Nachbehandlung wiederverwendet werden können.

Außer Econ planen nur wenige Unternehmen – vor allem aus Amerika und Norwegen – solche Anlagen. Mehr als zehn Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Für die Betreiber ist es nach Schmidts Überzeugung dennoch ein lohnendes Geschäft. Das recycelte Öl hat nämlich seinen Wert. Ein bis zwei Dollar je Liter kann es bringen, je nach aktuellem Weltmarktpreis.

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