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So wird's aussehen: die neuen Werftgebäude in Starnberg als Computersimulation.

Werft-Neubau beginnt

Schifffahrt investiert zehn Millionen Euro

Starnberg - Der Boden ist bereitet, der Bau beginnt: Bis Früher 2015 will die Bayerische Seenschifffahrt ihre neuen Werftgebäude in Starnberg fertigstellen. Der Neubau kostet rund zehn Millionen Euro.

Es ist eine der größten Baustellen Starnbergs, und doch wurde bisher noch gar nicht richtig gebaut – erst in diesem Monat beginnt der Bau der neuen Werft der Bayerischen Seenschifffahrt. Alle bisherigen Arbeiten dienten allein der Vorbereitung, denn die war schwierig genug. Der hohe Grundwasserstand, abzulesen am seit Wochen hohen Seepegel, war dabei nur ein Teil des Problems.

Bis in ein Meter Tiefe finden sich auf der Baustelle Verlandungsböden und so genannte zähe Schwemmböden, die nach Angaben von Schifffahrtsgeschäftsführer Walter Stürzl als Baugrund ungeeignet sind. Also: Abräumen. Darunter folgen bis in eine Tiefe von sechs Meter Kies und Sand, bis in 15 Meter Tiefe ist es Seeton – alles als Baugrund kaum zu gebrauchen, weil „zur Aufnahme von Bauwerkslasten nur bedingt geeignet“.

„Als Ergebnis der Bodenuntersuchungen ist beim neuen Werftgebäude eine Flachgründung auf einer elastisch eingebetteten Bodenplatte mit versteifenden Stahlbetonwänden geplant“, erklärt Stürzl. Darunter wurde der Boden ausgetauscht und durch eine 50 Zentimeter dicke Kiesschicht ersetzt. Zudem kommt die so genannte Rüttelstopfverdichtung zum Einsatz. Dabei wird – vereinfacht beschrieben – in den weichen Boden ein Loch gestampft, nicht gebaggert, und danach mit festem Material aufgefüllt. Betonsäulen oder dergleichen sind bei diesem Verfahren nicht erforderlich.

Und was lässt die Schifffahrt auf dem so abgesicherten Baugrund errichten? „Der vom Architektenbüro Claudia Schreiber geplante Neubau des Verwaltungs- und Werkstättengebäudes umfasst die Errichtung eines westlichen Komplexes, in dem die Verwaltung der Schifffahrt Starnberger See, die Seeverwaltung Starnberger See der Schlösserverwaltung München, die Landküche der Schiffsgastronomie, das Institut für Fischerei und Personalwohnungen für die Schiffsgastronomie untergebracht werden“, erklärt Stürzl. Der östliche Teil des Neubaues werde durch einen überdachten Innenhof verbunden an den westlichen angeschlossen und nimmt die Werkstätten sowie Lager- und Sozialräume für die Mitarbeiter der Schifffahrt auf.

Die Lage der Werft machte die Genehmigung kompliziert. Die neuen Werkstätten im östlichen Gebäudeteil gelten als „Anlagen zur Reparatur von Schiffen aus Stahl mit einer Länge von mehr als 20 Meter“, wie Stürzl erklärt – ein Fall nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Die Genehmigung liegt seit Februar vor, weswegen bereits der Ringkanal verlegt und alte Gebäude abgerissen werden konnten. Seit Mai ist der andere Gebäudeteil genehmigt, auch eine provisorische Halle kann gebaut werden.

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