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Ab ins Freie: Knapp 100 Milchkühe des Bio-Bauernhofs Wunderl durften gestern das erste Mal in diesem Jahr auf die Weide. Da ließen sich die Tiere nicht zweimal bitten. Im Galopp stürmten sie nach draußen.

Weideaustrieb

Freudensprünge im frischen Gras

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Das sommerliche Wochenende mussten etwa 100 Milchkühe des Bioland-Bauernhofs der Familie Wunderl noch im Stall verbringen. Umso schwungvoller galoppierten die Kühe dann gestern beim Weideaustrieb mit Luftsprüngen und unter lautem Muhen auf die Wiese.

Weßling – Endlich wieder Weidegras schmecken, an der Sonne sein und die frische Luft genießen: Etwa 100 Kühe des Bioland-Bauernhofs Wunderl in Weßling stürmten am Montagvormittag auf die Weide. Bei der Aktion „Wir lassen die Kuh raus“ durften die Tiere gestern das erste Mal nach den kalten Wintermonaten den Frühling im Freien genießen. Beim Weideaustrieb waren die Kühe daher sichtlich aufgeregt. Lautes Muhen, Luftsprünge – es war ein Galopp in die Freiheit. Vor lauter Elan kamen ein paar Tiere sogar ins Stolpern. Nach wenigen Minuten hatten sich die Kühe kreuz und quer auf der weitläufigen Weide verteilt und genossen das frisches Gras und die Sonnenstrahlen. „Es wurde jetzt wirklich Zeit, dass die Kühe raus dürfen, weil das Wetter ja schon so gut ist“, sagte Christian Wagner. Der Prokurist der Andechser Biomolkerei Scheitz spricht den Tieren damit wohl aus der Seele.

Der Bioland-Bauernhof der Familie Wunderl ist einer von rund 530 verbandzertifizierten Bio-Kuhmilchbauernhöfen, die die Andechser Traditionsmolkerei mit Milch versorgen. Etwa 90 Prozent der Biolandwirte lassen ihre Kühe in den warmen Monaten auf die Weide. „Der Weidegang ist für uns ein essentielles Thema“, sagt Molkerei-Mitarbeiterin Irmgard Strobl. Denn nicht nur die Milchqualität, auch die Lebensqualität der Tiere verbessert sich durch das Grasen im Freien. „Das wirkt sich auf die Gesundheit der Füße positiv aus“, erklärt Hofbesitzer Benedikt Wunderl. „Und der wichtigste Faktor ist natürlich die Sonne.“ Natürlich würden sich auch Kühe bei sonnigem Wetter besonders wohlfühlen. „Beim Weidegang können die Kühe ihren Bewegungsdrang, ihr Sozialverhalten und ihre Instinkte optimal ausleben“, sagt Wagner. Deshalb wolle man, dassmöglichst viele Kühe draußen sein dürfen.

Der Weidegang ist für die Biobauern jedoch viel Aufwand. Um die Landwirte zu unterstützen, führte die Andechser Molkerei deshalb 2015 einen Zuschlag auf den Milchpreis für Biobauern ein, die ihre Kühe auf eine Weide lassen. Wenn es den Kühen gut geht, ist auch die Milch besser. Aus diesem Grund bezieht die Molkerei Scheitz ihre Milch ausschließlich von Bio-Bauernhöfen.

Familie Wunderl führt den im Jahre 1810 gegründeten Hof seit 2010 als Bio-Bauernhof. Zwei Jahre habe die Umstellung auf Bio gedauert, erzählt Hofbesitzer Wunderl. Nun gehört der Wunderl-Hof offiziell zum Anbauverband „Bioland“. Der Weidebetrieb wurde aufgenommen, neue Ausläufe für die Kühe eingerichtet und zudem verzichtet Familie Wunderl seit der Umstellung auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen Stickstoffdüngern. Um für noch mehr Kuhkomfort zu sorgen, soll bis August dieses Jahres ein zusätzlicher Kuhstall entstehen. „Darin werden 35 Kühe Platz finden“, sagt Wunderl.

An den Stall war am Montagvormittag aber nicht zu denken. Zu verlockend war die weitläufige Weide mit Gras und Löwenzahn, auf der sich die Kühe nach langer Zeit endlich wieder ordentlich austoben konnten.

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