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Das Praxisteam: (v.l.) Gisela Schmid, Martina von Hollander, Dr. Alexander Bürger, Dr. Nikolaus von Hollander und Gabriele Frey.

Praxisübernahme

Der eine geht, ein neuer kommt

Weßling - Immer wieder müssen Hausärzte ihre Praxen schließen, weil sie keine Nachfolger finden. Aber es gibt Ausnahmen. 

Mehr als 35 Jahre lang war Dr. Nikolaus von Hollander Hausarzt in Weßling. Nun hat er einen Nachfolger für seine Praxis gefunden. Dr. Alexander Bürger aus München wird sie zum 1. Juli übernehmen. In den Ruhestand geht der 64-jährige von Hollander dann aber längst noch nicht. Vor einigen Jahren beklagte von Hollander in unserer Zeitung einen akuten Nachwuchsmangel bei den Hausärzten. Vermutlich hat er deswegen mit einem Auge immer schon darauf geschaut, dass es ihm nicht so geht wie vielen Kollegen: Den 750 Hausärzten nämlich, die jährlich in den Ruhestand gehen, stehen nur 130 bis 150 junge Mediziner gegenüber, die diesen Beruf ausüben wollen. Auf einer Veranstaltung traf von Hollander dann den 37-jährigen Münchner Dr. Alexander Bürger. „Da hat sofort die Chemie gestimmt“, sagt von Hollander. Die Abgabe der Praxis kam für ihn und seine Frau Martina allerdings doch ein bisschen plötzlich. „Aber es ist mir wichtiger, dass meine Patienten gut versorgt sind. Es hat sich so ergeben.“ Alternative wäre gewesen, die Praxis eines Tages zu schließen, „undenkbar“, wie von Hollander findet. Ganz verzichten müssen die Patienten auf ihren langjährigen Hausarzt aber nicht. Er wird in der Praxis, Hauptstraße 23, auch in Zukunft immer wieder zugegen sein. „Ich arbeite mit Dr. Bürger weiter und stelle ihm auch meine Patienten vor.“ Außerdem übernimmt von Hollander die Urlaubsvertretung – sein Nachfolger ist erst vor wenigen Tagen Vater einer kleinen Tochter geworden. Bürger lebt mit seiner Familie in München, arbeitete nach seinem Examen 2007 erst am Klinikum in Garmisch und zuletzt als Internist im Münchner Klinikum der Barmherzigen Brüder. Ein Umzug in den Landkreis Starnberg ist geplant. Veränderungen soll es auch in der Praxis geben: Als leidenschaftlicher Sportler möchte Bürger das medizinische Leistungsangebot erweitern und die Patienten auch zu sportmedizinischen Themen beraten, zum Beispiel über eine Leistungsdiagnose. Das Praxisteam möchte er nach eigener Aussage behalten. Nikolaus von Hollander hat nun Zeit für andere Dinge. Der Mediziner engagiert sich seit längerem an seinem Wohnort in Andechs im Asyl-Helferkreis und kümmert sich um die Versorgung der Flüchtlinge. Martina von Hollander gibt dort Sprachkurse. Und am Montag bricht von Hollander nach Spitzbergen auf – als Schiffsarzt. Scheint also alles zu passen gerade. „Es wird mir nicht langweilig werden. Und wir werden eine schöne Zukunft hinkriegen für meine Patienten.

hvp

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